Gleich zwei Kandidaten erweisen sich in ersten Tests mit Mäusen als überraschend effektiv Zika-Virus: Impfstoff in Sicht? - scinexx | Das Wissensmagazin
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Gleich zwei Kandidaten erweisen sich in ersten Tests mit Mäusen als überraschend effektiv

Zika-Virus: Impfstoff in Sicht?

Partikel des Zika-Virus (blau) im Gewebe. © CDC

Durchbruch gegen das Zika-Virus: Gleich zwei Impfstoff-Kandidaten gegen das Zika-Virus haben sich in ersten Tests an Mäusen bewährt – eine DNA-Vakzine und ein Impfstoff aus abgetöteten Erregern. Nach nur einer Spritze waren alle Mäuse vollständig gegen eine Infektion mit dem Virus geschützt, wie die Forscher im Fachmagazin „Nature“ berichten. Damit rückt ein Impfstoff gegen das mittlerweile in 40 Ländern grassierende Zika-Virus einen großen Schritt näher.

Das Zika-Virus grassiert inzwischen in 40 Ländern. Prognosen nach könnte es noch in diesem Sommer auch nach Europa eingeschleppt werden. Verhindern lässt sich eine Infektion bisher nur, indem man Stiche der übertragenden Aedes Mücken vermeidet, denn einen Impfstoff oder ein Heilmittel gibt es nicht. Versuche, Antikörper gegen das eng verwandte Dengue-Fieber zur Vakzine umzufunktionieren, erbrachten widersprüchliche Ergebnisse.

Tote Viren und DNA-Schnipsel

Jetzt jedoch liefern Rafael Larocca von der Harvard Medical School und seinen Kollegen gleich zwei vielversprechende Impfstoffkandidaten gegen Zika. Der erste enthält komplette, aber deaktivierte Zika-Viren eines Stammes aus Puerto Rico. Ähnlich wie bei anderen klassischen Schutzimpfungen mobilisiert der Kontakt mit diesen toten Viren die Immunabwehr, ohne dass das Risiko für eine Infektion und Erkrankung besteht.

Beim zweiten Impfstoffkandidaten handelt es sich um eine DNA-Vakzine. Dafür isolierten die Forscher die Gene für Hülle und Virenmembran aus einem brasilianischen Zika-Stamm. Diese DNA-Schnipsel bauten sie in ringförmige Plasmide ein. Im Körper des Geimpften wird diese DNA ausgelesen und die dabei produzierten Virenproteine rufen die Immunantwort hervor. Einige Influenza-Impfstoffe wurden bereits nach diesem Prinzip hergestellt.

100 Prozent geschützt

Die ersten Tests dieser Impfstoffkandidaten an Mäusen waren bereits erfolgreich. Für die Versuche spritzten die Forscher drei verschiedenen Mäusestämmen zunächst intramuskulär eine Dosis der jeweiligen Vakzine. Vier Wochen später infizierten sie die geimpften Mäuse und ungeimpfte Kotrolltiere mit dem Zika-Virus.

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Das Ergebnis: Bei keinem einzigen der geimpften Tiere konnte sich die Viren vermehren oder Krankheitssymptome hervorrufen, wie die Forscher berichten. Stattdessen zeigte sich wenige Tage nach der Impfung ein deutlicher Anstieg von zikaspezifischen Antikörpern im Blut der Tiere. Das gilt als Indiz dafür, dass die Immunabwehr gegen das Virus mobil macht.

„Unsere Daten demonstrieren, dass schon eine einzige Immunisierung mit einer DNA-Vakzine oder einem abgetöteten Erreger bei Mäusen einen vollständigen Schutz gegen das Zika-Virus bietet“, konstatieren Larocca und seine Kollegen. „Das zeigt, dass ein Schutz gegen das Zika-Virus erzielt werden kann.“

Könnte auch beim Menschen funktionieren

Nach Ansicht der Wissenschaftler könnten diese Impfstoffe auch beim Menschen funktionieren – auch wenn dafür noch einiges an Tests nötig ist. „Es ist schwer, die Ergebnisse bei Mäusen direkt auf eine potenzielle Effizienz beim Menschen hochzurechnen“, betonen sie. „Aber der von uns beobachtete robuste Schutz und die klare Immunwirkung deuten auf einen Pfad hin zu einem Zika-Impfstoff beim Menschen.“

Dafür spricht auch, dass die biotechnischen Verfahren und Plattformen dieser Impfstoffkandidaten bereits etabliert sind: Sie wurden in vergleichbaren Dosierungen schon eingesetzt, um Impfstoffe gegen andere Flaviviren wie das Westnil-Virus, Dengue-Viren oder von Zecken übertragenen Enzephalitis-Viren zu produzieren.

„Zusammengenommen liefern unsere Ergebnisse Grund für substanziellen Optimismus dahingehend, dass die Entwicklung eines sicheren und effektiven Zika-Impfstoffs für den Menschen machbar ist“, schließen Larocca und seine Kollegen. (Nature, 2016; doi: 10.1038/nature18952)

(Nature, 29.06.2016 – NPO)

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