Überflüssige Pfunde loswerden - Eine amerikanische Studie zeigt einen vielversprechenden neuen Weg Wie virtuelle Figuren beim Abnehmen helfen - scinexx | Das Wissensmagazin
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Überflüssige Pfunde loswerden - Eine amerikanische Studie zeigt einen vielversprechenden neuen Weg

Wie virtuelle Figuren beim Abnehmen helfen

Molliger Avatar auf dem Laufband © Temple University Sbarro Institute for Cancer Research and Molecular Medicine

Etwa die Hälfte der Erwachsenen in Deutschland sind übergewichtig. Für viele Betroffene ist es schwer abzunehmen bzw. ihr verringertes Gewicht dauerhaft zu halten. Nach Fastenkuren, Bewegungsprogrammen, Diätpillen und Ähnlichem geht der Kampf doch immer weiter. Und dies nicht nur in Amerika. Eine neue Studie lässt nun darauf schließen, dass das Anschauen von gesundem „Abnehm-Verhalten“ in einer virtuellen Welt hilfreich ist, um in der echten Welt Gewicht zu verlieren. Im Idealfall können Übergewichtige durch anschauen eines molligen Avatars bei gesunden Tätigkeiten dieses in ihren realen Alltag übernehmen.

Schon in früheren Studien hatten Forscher beobachtet, dass durch „virtual Reality“ Fertigkeiten vermittelt und das Verhalten positiv beeinflusst werden können: Beispielsweise waren diejenigen Übergewichtigen eher sportlich aktiv, die tags zuvor einen dicklichen Avatar auf dem Laufband gesehen hatten. Ein schlanker Avatar wirkte sich hemmend aus. Daraus entwickelten Melissa Napolitano und Kollegen von der George Washington University die Idee, Avatare als Werkzeug zu benutzen, um übergewichtigen Frauen das Abnehmen zu erleichtern.

Personalisierter Avatar als Vorbild

Ob das funktioniert, testeten die Forscher im Rahmen einer Studie an 128 Frauen. Die meisten von ihnen hatten innerhalb des vergangenen Jahres bereits versucht abzunehmen und noch nie ein Videospiel benutzt. Sie waren motiviert, etwas Neues zu versuchen und davon überzeugt, dass ihnen auf diese Weise geholfen werden könne. Die Teilnehmerinnen erhofften sich, vom Anschauen des Avatars zu täglichen Spaziergängen und gesunder Ernährung animiert zu werden – und das ihnen dies hilft, das gesunde Verhalten nach und nach in ihren Alltag zu integrieren.

Da die Testpersonen keine erfahrenen Computernutzer waren, sollte die Nutzung so einfach wie möglich sein. Die Frauen wählten für ihren Avatar lediglich die Hautfarbe und die Gestalt, so dass eine Ähnlichkeit zur eigenen Person entstand.

In einer vierwöchigen Pilotphase untersuchten Napolitano und Kollegen zunächst an acht übergewichtigen Frauen, ob das Anschauen der Videos eine Auswirkung auf ihr Verhalten und eine mögliche Gewichtsreduktion hatte. Alle Frauen setzten sich Ziele, wie viel sie abnehmen und welche Übungen sie machen wollten. Die Teilnehmerinnen kamen einmal pro Woche in die Klinik und bekamen dort eine 15- minütige DVD zu sehen. Darin zeigte ein Avatar entweder wie er spazieren geht, ein Laufband in der richtigen Einstellung benutzt oder einen Einkaufswagen durch die Gänge eines Supermarkts manövriert um gesunde Produkte auszuwählen. In einer Unterrichtseinheit sahen die Frauen beispielsweise den Avatar beim Abendessen. Er zeigte eine zu große und eine richtige Portionsgröße. So konnten die neuen Verhaltensweisen Schritt für Schritt erlernt werden.

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Effekt nicht groß – aber langfristig

Das Ergebnis: Nach vier Wochen hatten die Frauen im Schnitt 1,6 Kilogramm abgenommen. Wie die Forscher einräumen, entspricht dieser Wert durchaus dem, der auch bei einer normalen Diät erreichbar ist. Sie hoffen aber, dass ihre Avatar-Methode den Abnehmwilligen dabei hilft, länger duchzuhalten und die gesunden Verhaltensweisen auch längerfristig stärker in ihren Alltag zu integrieren.

An der Studie nahmen zwar ausschließlich Frauen teil, aber die Wissenschaftler erwarten, dass auch Männer und Kinder davon profitieren könnten. „Wir sind von dem Potenzial dieser Technologie begeistert“, konstatiert Napolitano. Diese kleine Studie deute darauf hin, dass virtuelle Realität dabei helfen könne, gesunde Verhaltensweisen anzunehmen. (Journal of Diabetes Science and Technology, 2013)

(George Washington University, 01.07.2013 – SEN)

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