Auch Menschen mit wenig Pigmentflecken sind Melanom-gefährdet Wenig Leberflecke – aggressiverer Hautkrebs - scinexx | Das Wissensmagazin
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Auch Menschen mit wenig Pigmentflecken sind Melanom-gefährdet

Wenig Leberflecke – aggressiverer Hautkrebs

Ein normaler Leberfleck oder Hautkrebs? © Phanuwat Nandee / thinkstock

Schleichende Gefahr: Gerade Menschen mit wenigen Leberflecken bekommen oft besonders aggressiven Hautkrebs, wie eine Studie nun zeigt. Sie galten bisher als weniger stark gefährdet, doch das erweist sich so pauschal gesagt als falsch. Forscher warnen daher, sich in falscher Sicherheit zu wiegen. Auch Menschen mit wenigen Pigmentflecken sollten daher zur Hautkrebsvorsorge gehen.

Bisher schien klar: Menschen mit sehr heller Haut, Rothaarige und Personen mit mehr als 50 Leberflecken haben ein erhöhtes Risiko, an einem Melanom zu erkranken. Sie bekommen den gefährlichen Hautkrebs auch meist schon in jüngeren Jahren als dunkelhäutigere Altersgenossen. Auslöser des Krebses sind vor allem UV-Schäden der haut, beispielsweise durch Sonnenbrände.

Aggressivere und dickere Melanome

Doch auch für Menschen mit nur wenigen Leberflecken gibt es keine Entwarnung – im Gegenteil. Caroline Kim von der Harvard Medical School in Boston hat für ihre Studie die Krankenakten von 281 Melanompatienten ausgewertet, die 2013 und 2014 in einer Bostoner Klinik behandelt wurden. 89 dieser Patienten besaßen mehr als 50 Leberflecke, die restlichen 192 hatten weniger als 50.

Zur Überraschung der Dermatologin hatten die Patienten mit den wenigen Leberflecken sogar meist aggressivere Melanome als diejenigen mit vielen Pigmentstörungen. Bei ihnen waren die Hautkrebs-Läsionen meist dicker, wuchsen schneller und streuten stärker, wie die Forscherin nun bei der Sommertagung der American Academy of Dermatology berichtet.

Biologische Unterschiede

Die aggressiveren Melanome bei Menschen mit wenigen Leberflecken könnte nach Ansicht der Forscherin zwei Gründe haben: Zum einen wiegen sich diese Menschen wahrscheinlich eher in Sicherheit und gehen daher zu spät zum Arzt. Weil sie bisher als weniger gefährdet galten, nutzen sie möglicherweise auch seltener Angebote zum Hautkrebs-Screening.

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Zum anderen aber gibt es auch biologische Gründe: „Wir wissen bereits, dass Melanome nicht alle genetisch gleich sind“, sagt Kim. „Es ist daher gut möglich, dass es verschiedene Wege gibt, auf denen die Melanome bei diesen beiden Patientengruppen entstehen.“ Weitere Untersuchungen müssen nun klären, wo genau diese Unterschiede liegen.

Frühwarnzeichen beachten

„Dieses Ergebnis erinnert uns daran, dass jeder dem Hautkrebs gegenüber wachsam sein muss – egal ob man wenige oder viele Leberflecke besitzt“, so Kim. „Untersuchen Sie daher ihre Haut regelmäßig auf neue oder verdächtige Stellen hin – und gehen Sie im Zweifelsfall zum Hautarzt.“ Die Heilungschancen für Hautkrebs sind umso besser, je früher er erkannt wird. Daher sei es wichtig, die Warnzeichen der Haut zu beachten, so die Dermatologin.

Als Frühwarnzeichen gelten dabei unter anderem Pigmentflecke, deren Grenze unregelmäßig oder unscharf abgegrenzt ist. Außerdem Flecke, die sehr asymmetrisch sind oder ungleichmäßig gefärbt. Auch Leberflecke, die größer sind als sechs Millimeter oder sich im Laufe der Zeit in Größe, Form und Farbe ändern, sind verdächtig. Als merkhilfe für diese Anzeichen spricht man auch von der ABCDE-Regel – Asymmetrie, Begrenzung, Colorierung, Durchmesser und Entwicklung.

(American Academy of Dermatology, 24.08.2015 – NPO)

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