Wasser von Vittel fällt beim Stichprobentest durch Stilles Mineralwasser mit Keimen belastet - scinexx | Das Wissensmagazin
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Wasser von Vittel fällt beim Stichprobentest durch

Stilles Mineralwasser mit Keimen belastet

Mineralwasser gilt als gesund... © SXC

Wie gesund ist stilles Mineralwasser aus der Flasche? Um das zu klären, hat ein Labor Stichproben von fünf verschiedenen stille Mineralwässer von günstig bis teuer untersucht. Das Ergebnis: Die meisten Wässer waren unbedenklich, das stille Mineralwasser Vittel von Nestlé war aber stark mit Keimen belastet. Für ältere Menschen und Kleinkinder können diese hohen Keimzahlen gefährlich sein, warnen die Wissenschaftler.

Mineralwasser gilt als gesund und hygienisch. Gerade stille Wässer erfreuen sich daher steigender Beliebtheit. Aber wie unbedenklich ist das Nass aus der Flasche? Das NDR-Verbraucher- und Wirtschaftsmagazin „Markt“ wollte dies wissen und hat ein unabhängiges Labor mit einem Test beauftragt. Dafür wurden fünf stille Mineralwässer gekauft und anschließend auf ihre Keimbelastung hin untersucht: Volvic, Vittel, St. Leonhardsquelle sowie Saskia von Lidl und Quellbrunn von Aldi.

Bedenklich für ältere Menschen und Kleinkinder

Die Analysen ergaben: Bis auf Vittel waren alle in Ordnung. In den Proben von Vittel fand das Labor jedoch mehr als 10.000 Keime pro Milliliter. „Es besteht die Gefahr, dass unter diesen vielen unspezifischen Keimen, die dort gefunden wurden, auch welche dabei sind, die krank machen können“, warnt Jürgen Holst, Chemiker am Agrolab in Kiel. „Es kann sein, dass ältere Personen oder Kleinkinder auf so etwas empfindlicher reagieren und dass bei solchen Keimgehalten mögliche nachteilige gesundheitliche Auswirkungen möglich sind.“

Um zu verhindern, dass Keime in Getränke gelangen, müssen Hersteller bei allen Produktionsschritten auf strikte Hygiene achten. Rein rechtlich muss der Abfüller aber nur bis maximal zwölf Stunden nach der Abfüllung garantieren, dass der Keimgehalt im Wasser unterhalb des Grenzwertes bei 100 Keimen pro Milliliter liegt, das verlangt die Mineral- und Tafelwasserverordnung (MTVO). Über die Keimbelastung danach gibt es keine Regelung.

Auf Anfrage von „Markt“ schreibt der Hersteller „Nestlé“: „Laut Mineral- und Tafelwasser-Verordnung bezieht sich der Grenzwert von 100 Kolonien je Milliliter auf die Untersuchung, die innerhalb von zwölf Stunden nach Abfüllung vorgenommen wird. Bei Vittel sind wir zum Zeitpunkt der Abfüllung ohne Befund.“ Silke Schwartau von der Verbraucherzentrale Hamburg kritisiert: „Die Verbraucher geben viel Geld aus für abgepacktes Mineralwasser, weil sie denken, es hat eine höhere Qualität als normales Trinkwasser, und darin dürfen natürlich keine Keime vorkommen, die Säuglinge oder auch gerade ältere Menschen beim Konsum gefährden.“

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(NDR, 27.05.2013 – NPO)

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