Teil des Proteins VP35 hemmt Abwehrmechanismen der Wirtszelle Schlüsselstruktur des Ebola-Virus dekodiert - scinexx | Das Wissensmagazin
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Teil des Proteins VP35 hemmt Abwehrmechanismen der Wirtszelle

Schlüsselstruktur des Ebola-Virus dekodiert

Wissenschaftler haben eine Struktur im Ebolavirus entschlüsselt, die bei einer Infektion die Verteidigungsmechanismen der Wirtszelle nahezu unwirksam macht. Verantwortlich dafür ist ein Teil des Virenproteins VP35 , wie die Forscher in der Fachzeitschrift „Proceedings of the National Academy of Sciences“ (PNAS) berichten. Er könnte nun als Schablone bei der Entwicklung von Wirkstoffen gegen Ebola dienen.

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Die Ebola-Krankheit gehört zu den tödlichsten Infektionskrankheiten weltweit. Nahezu jeder Infizierte geht auch an diesem hämorrhagischen Fieber zugrunde. „Normalerweise, wenn ein Virus Zellen infiziert, kann das Immunsystem des Wirts dagegen ankämpfen und letztlich den Virus loswerden“, so Gaya Amarasinghe von der Iowa State Universität. „Aber bei Ebola-Infektionen geht die Fähigkeit des Wirtes, sich gegen den eindringenden Virus zu verteidigen, verloren.“

Aber warum? Der Biochemiker und Molekularbiologe hat mit seinem Forscherteam nach der Ursache für die Hilflosigkeit des Immunsystems gesucht und wurde fündig. Mithilfe einer Kombination von Röntgenkristallographie und Kernspinspektroskopie gelang es ihnen, die Struktur eines bestimmten Virusproteins aufzuschlüsseln, die wahrscheinlich eine entscheidende Rolle für die Störwirkung des Virus spielt. Ein Teil von VP35, so die Bezeichnung für das Ebola-Protein, hemmt die Signalwege des Immunsystems, die die erste Verteidigungslinie gegen den Eindringling bilden, so Amarasinghe.

Die Identifizierung dieser Struktur könnte auch entscheidende Durchbrüche im bisher nahezu wirkungslosen Kampf gegen die Krankheit bringen. Denn die neue Information kann nun als Schablone dienen, um Wirkstoffe zu entwickeln, die genau dort ansetzen und damit die Immunsystemblockade unwirksam machen.

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„Der nächste Schritt ist es, diese Struktur zu nutzen um Wirkstoffe zu identifizieren und zu entwickeln, die sich potenziell mit VP35 verbinden können”, so der Forscher. „Ohne funktionierendes VP35 kann der Ebolavirus sich nicht vermehren und ist nicht mehr infektiös.“

(Iowa State University, 15.01.2009 – NPO)

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