Weltweit verursachen Schmerzen im unteren Rücken mehr Einschränkungen als jede andere Krankheit Rückenschmerzen: globales Leiden - scinexx | Das Wissensmagazin
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Weltweit verursachen Schmerzen im unteren Rücken mehr Einschränkungen als jede andere Krankheit

Rückenschmerzen: globales Leiden

Rückenschmerzen © SXC

Volksleiden Rückenschmerzen: Weltweit verursachen Schmerzen im unteren Rücken mehr Einschränkungen und Behinderungen als jede andere Krankheit. Das zeigt die Auswertung einer weltweiten Erhebung. Knapp zehn Prozent aller Menschen leiden demnach unter Problemen der Lendenwirbelsäule, am meisten in Westeuropa und Nordafrika. Und mit der alternden Gesellschaft wird dieses Problem noch weiter zunehmen, warnen die Forscher.

Rückenschmerzen gelten als klassisches Leiden der modernen Zivilisation. Eine sitzende Lebensweise, zu wenig Bewegung und Muskeltraining sorgen bei vielen Menschen dafür, dass der Lendenwirbelbereich beginnt zu schmerzen, verursachen Bandscheibenvorfälle und eingeklemmte Nerven. Die Folge sind akute oder chronische Schmerzen im unteren Rücken, die bis in die Beine ziehen können. Je nach Schwere des Leidens müssen Betroffene ihre Arbeit und Freizeitaktivitäten einschränken, im Extremfall werden sie arbeitsunfähig oder sogar pflegebedürftig.

Westeuropa am stärksten betroffen

Wie verbreitet Schmerzen im unteren Rücken weltweit sind, haben Damian Hoy von der University of Queensland in Herston und seine Kollegen nun untersucht. Für ihre Studie werteten sie die Daten der Global Burden of Disease 2010 Studie aus, einer weltweiten Erhebung, die Krankheiten und Behinderungen in 187 Ländern der Jahre 1990, 2005 und 2010 erfasst. Die Forscher ordneten die Rückenschmerzen in vier Schweregrade ein und ermittelten, wie viele Fehltage und wie viele Jahre des Lebens mit Einschränkungen und Behinderungen durch das Leiden die Betroffenen durchschnittlich haben.

Das Ergebnis: „Schmerzen im unteren Rücken verursachen weltweit mehr Einschränkungen und Behinderungen als jede andere Krankheit“, konstatieren Hoy und seine Kollegen. 9,4 Prozent aller Menschen weltweit sind betroffen, am meisten in Westeuropa und Nordafrika, gefolgt vom Mittleren Osten. Bei uns in Westeuropa sind Rückenschmerzen sogar die Krankheit, die die meisten Belastungen verursacht – noch vor Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Krebs, wie die Forscher berichten.

Zunahme in den kommenden Jahrzehnten

Die Daten bestätigen auch, dass Rückschmerzen mit zunehmendem Alter häufiger werden. „Als Folge liegt die Belastung in Regionen mit höherer Lebenserwartung auch höher“, erklären die Forscher. Angesichts einer für die Zukunft erwarteten alternden Gesellschaft werde sich daher auch das Problem der Rückenleiden künftig verschärfen. „Auch in Ländern mit geringem und mittlerem Einkommen wird sich die Zahl der Betroffenen in den kommenden Jahrzehnten substanziell vergrößern“, warnen Hoy und seine Kollegen.

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Nach Ansicht der Forscher sind Rückenschmerzen daher kein triviales Problem. Auch wenn man daran nicht stirbt, können sie für die Betroffenen und die Gesellschaft Einschränkungen, Belastungen und nicht zuletzt finanzielle Einbußen nach sich ziehen. „Regierungen, Gesundheitsbehörden, Forschungsorganisationen und Geldgeber müssen der Last, die Schmerzen im unteren Rücken verursachen, größere Aufmerksamkeit schenken als bisher“, warnen die Wissenschaftler. (Annals of Rheumatic Diseases, 2014; doi: 10.1136/annrheumdis-2013-204428)

(BMJ-British Medical Journal, 25.03.2014 – NPO)

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