Denken an den Partner schützt vor stressbedingtem Blutdruck-Anstieg Romantische Gedanken mildern Stress - scinexx | Das Wissensmagazin
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Denken an den Partner schützt vor stressbedingtem Blutdruck-Anstieg

Romantische Gedanken mildern Stress

Liebe
Wer die Liebe - auch nur in Gedanken - bei sich hat, kann besser mit Stress umgehen. © Kamisoka/ istock

Entspannende Gedanken: Allein das Denken an unsere Liebsten kann offenbar körperliche Stressreaktionen abmildern. So zeigt ein Experiment: Wer den Partner mental bei sich hat, bei dem steigt der Blutdruck in stressreichen Momenten weniger stark an. Dieser Effekt ist erstaunlicherweise genauso groß, als wenn der Partner tatsächlich anwesend wäre.

Stress belastet den Körper auf vielfältige Weise: So kann die psychische Belastung den Blutdruck in die Höhe treiben, die Immunantwort dämpfen und auf Dauer Übergewicht fördern. Wissenschaftler fahnden daher schon länger nach Faktoren, die die körperliche Stressreaktion abmildern und somit negativen gesundheitlichen Folgen entgegenwirken können.

Als ein wirksames Mittel hat sich dabei soziale Unterstützung herauskristallisiert. Studien zeigen etwa, dass Berührungen durch den Partner Stress deutlich zu reduzieren vermögen. Und sogar die bloße Anwesenheit einer geliebten Person kann die Stressreaktion des Körpers offenbar abschwächen. Doch funktioniert dies auch, wenn der Partner nur in unseren Gedanken anwesend ist?

Gedankliche Unterstützung

Genau dies haben nun Kyle Bourassa von der University of Arizona in Tucson und seine Kollegen untersucht. Für ihre Studie rekrutierten sie 102 College-Studenten mit einem Durchschnittsalter von 19 Jahren, die allesamt in einer glücklichen Liebesbeziehung waren, und setzten sie einer stressigen Situation aus: Die Teilnehmer sollten ihren Fuß in drei bis vier Grad Celsius kaltes Wasser halten.

Nicht alle Probanden bekamen dabei jedoch dieselbe seelisch-moralische Unterstützung: Ein Drittel von ihnen hatte das Glück, dass der Partner still mit ihnen im Raum saß. Eine zweite Gruppe durfte an die geliebte Person dagegen nur denken und einer dritten war selbst das untersagt. Die Probanden aus dieser Kontrollgruppe sollten während der Aufgabe stattdessen daran denken, wie ihr Tag bisher gewesen war.

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Derselbe Effekt

Welche Teilnehmer würden am wenigsten gestresst auf das kalte Wasser reagieren? Dies testeten die Forscher, indem sie die Herzrate und den Blutdruck der Probanden vor, während und nach dem Experiment maßen. Das Ergebnis: Wer seinen Partner bei sich hatte, zeigte deutlich geringere Stressreaktionen als die Teilnehmer aus der Kontrollgruppe – vor allem in Sachen Blutdruck.

Überraschend aber: Denselben Effekt beobachtete das Team bei den Probanden, die an ihre Partner lediglich gedacht hatten. Sie reagierten demnach ebenfalls mit einem deutlich geringeren Blutdruck-Anstieg. Die Wirkung war dabei genauso stark wie bei einer physischen Anwesenheit der geliebten Person, wie das Team berichtet.

Gesundheitsfaktor Beziehung

Diese Ergebnisse steuern nun eine weitere Erklärung zu der Frage bei, warum in einer romantischen Beziehung lebende Menschen häufig gesünder sind als Singles und insbesondere einsame Personen. „Ein Weg, über den eine Liebesbeziehung die Gesundheit fördert, ist offenbar ihre Wirkung auf Stress. Sie lässt Menschen besser mit stressigen Situationen zurechtkommen und führt zu geringeren kardiovaskulären Reaktionen“, sagt Bourassa.

„Dabei scheint das Denken an den Partner eine genauso starke Quelle der Unterstützung zu sein wie diesen Menschen tatsächlich bei sich zu haben“, ergänzt er. Weitere Studien sollen nun zeigen, ob der beobachtete Effekt auch bei Menschen anderer Altersklassen zum Tragen kommt. (Psychophysiology, 2019; doi: 10.1111/psyp.13324)

Quelle: University of Arizona

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