Studie: Zahl der Tabakkonsumenten sinkt Rauchen endgültig „out“? - scinexx | Das Wissensmagazin
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Rauchen endgültig „out“?

Studie: Zahl der Tabakkonsumenten sinkt

Europaweit hat die Anzahl von Rauchern um durchschnittlich etwa 15 Prozent, die von Passivrauchern sogar um rund 40 Prozent abgenommen. Dies ist das Ergebnis der neuen europäischen Studie ECRHS 2, die in 14 europäischen Staaten unter etwa 9.000 Teilnehmern durchgeführt wurde.

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Ziel der Untersuchung war es, innerhalb einer ausgewählten Bevölkerungsgruppe Änderungen in der Anzahl aktiver Raucher und Passivrauch exponierter Personen auszumachen sowie mögliche Ursachen dafür zu benennen.

Keine generelle Entwarnung möglich

„Diese Zahlen dürfen wird aber nur sehr vorsichtig optimistisch werten“, so Joachim Heinrich, Epidemiologe am GSF-Forschungszentrum für Umwelt und Gesundheit, das an der Studie beteiligt war. „Denn wir betrachten hier ausschließlich die Veränderungen innerhalb einer ausgewählten Bevölkerungsgruppe. Diese muss man aber in einen Zusammenhang mit der generellen altersabhängigen Entwicklung des Rauchverhaltens in der Gesamtbevölkerung stellen“, schränkt Heinrich ein.

Einfach gesagt: Studienteilnehmer, die in der ersten Studie 40 Jahre alt waren, gehören in der zweiten Studie der Altersgruppe der 50jährigen an. Deren Anteil an Rauchern ist aber ohnehin geringer, wie für Deutschland Daten des Statistischen Bundesamts belegen. Denn mit zunehmendem Alter ändert sich das Gesundheitsverhalten in der Bevölkerung.

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Auch sollte man sich die Altersgruppe der jungen und sehr jungen Erwachsenen genauer ansehen: Unter 20jährige wurden beispielsweise in der Studie gar nicht berücksichtigt. In dieser Gruppe – so wiederum die Daten des Statistischen Bundesamts – nimmt aber der Anteil der Raucherinnen leider immer noch zu.

Drittens zeigt die differenzierte Betrachtung deutliche Unterschiede der Zentren innerhalb der beteiligten Staaten. In Deutschland bewegt sich zwar Hamburg mit einer Abnahme der Zahl aktiver Raucher von etwa 17 Prozent durchaus im europäischen Mittelfeld. Erfurt, das zweite beteiligte deutsche Zentrum kann dagegen nur eine zweiprozentige Abnahme verzeichnen. Eine ähnlich hohe Variationsbreite findet sich beispielsweise auch bei den spanischen Zentren, so dass eine Interpretation über alte deutsche Ost-West-Unterschiede sicher zu einfach wäre.

Lichtblick beim Passivrauchen

Ein Lichtblick zeichnet sich erfreulicherweise bei der Exposition gegenüber Passivrauch ab: „Hier sind die skandinavischen Länder die absoluten Spitzenreiter“, betont Joachim Heinrich. Dies könnte man durchaus als ersten Erfolg einer strengen Regulierungspolitik interpretieren, die dort bereits seit einigen Jahren verfolgt wird. „Nachdem auch unsere südeuropäischen Nachbarn bereits diesem Vorbild gefolgt sind, sollten wir uns überlegen, ob wir hier dauerhaft europäisches Schlusslicht bleiben wollen“, resümiert Heinrich.

Die Wissenschaftler berichten über ihre Ergebnisse in der März-Ausgabe des European Respiratory Journal.

(idw – GSF – Forschungszentrum für Umwelt und Gesundheit, 28.02.2006 – DLO)

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