Signalübertragung bei Leukämie und anderen Krebsarten enträtselt Rasterfahndung nach Krebsgenen - scinexx | Das Wissensmagazin
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Signalübertragung bei Leukämie und anderen Krebsarten enträtselt

Rasterfahndung nach Krebsgenen

Ursache von Krebs sind häufig Störungen von Informationswegen, die die Teilung von Zellen regulieren. Ein deutsches Forscherteam hat nun bisher unbekannte Gene identifiziert, die für die Signalübertragung bei Leukämie und anderen Krebsarten von großer Bedeutung sind.

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Dr. Michael Boutros, Leiter der Boveri-Nachwuchsgruppe „Signalwege und Funktionelle Genomik“ des Deutschen Krebsforschungszentrums (DKFZ), hat zusammen mit einem Team um Dr. Martin Zeidler, Abteilung Molekulare Entwicklungsbiologie des Max-Planck-Instituts für biophysikalische Chemie in Göttingen, den so genannten JAK/STAT-Signalweg untersucht, der bei Leukämien und Lymphomen eine wichtige Rolle spielt.

JAK steht für „Janus Tyrosin Kinase“; JAKs sind Enzyme, die Transkriptionsfaktoren im Zellkern anschalten, die wiederum die Aktivität von Genen steuern. Der Transkriptionsfaktor STAT (signal transducer and activator of transcription) beeinflusst Gene, die die Zellteilung oder -differenzierung beeinflussen.

Wie die Wissenschaftler in der aktuellen Ausgabe der Zeitschrift Nature berichten, fanden sie dabei zuvor unbekannte Gene und Proteine, die für Krebstherapie und -diagnostik interessant werden könnten. Die Forscher setzten dabei auf die RNA-Interferenz-Methode, mit der man erstmals alle Komponenten einer Informationskaskade im gesamten Genom gleichzeitig untersuchen kann.

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Genom von Drosophila untersucht

Mit dem RNA-Interferenz-Verfahren entdeckten die Wissenschaftler Gene, die für vier bekannte und 86 nicht charakterisierte Proteine codieren. Darunter sind mehrere Gene, die bei der Entstehung von Leukämien eine Rolle spielen. Die Forscher synthetisierten rund 20.000 künstliche RNA-Kopien, mit denen man über 90 Prozent der Drosophila-Genaktivität lahm legen kann. Damit fahndeten sie gezielt nach Genen, die Komponenten des JAK/STAT Signalwegs positiv oder negativ regulieren.

Da diese Methode bei menschlichen Zellen noch nicht genomweit funktioniert, untersuchten die Wissenschaftler das Genom der Taufliege Drosophila. Der JAK/STAT-Signalweg ist in der Evolution von der Fruchtfliege bis zum Menschen hoch konserviert, weshalb Signalkaskaden bei Fruchtfliege und Mensch ähnlich aufgebaut sind.

Im nächsten Schritt wollen Boutros und sein Team einzelne der neu identifizierten Komponenten molekularbiologisch-biochemisch charakterisieren, um deren Funktion in menschlichen Zellen zu erforschen.

Beide Kooperationspartner werden im Rahmen des Emmy-Noether-Nachwuchsprogramms von der Deutschen Forschungsgemeinschaft gefördert.

(idw – Deutsches Krebsforschungszentrum/MPG, 11.08.2005 – DLO)

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