„Freundliche“ Bakterien könnten Antibiotikagaben reduzieren Probiotische Ernährung auch für Hühner? - scinexx | Das Wissensmagazin
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„Freundliche“ Bakterien könnten Antibiotikagaben reduzieren

Probiotische Ernährung auch für Hühner?

Probiotische Nahrungsergänzungsmittel haben offenbar auch für Hühner nachhaltige Wirkung: Nach neuesten Untersuchungen von Forschern des Institute of Food Research in Norwich könnten diese das Hühnerfleisch sicherer machen, berichtete das Wissenschaftsmagazin Nature.

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Die Vorteile probiotischer Nahrungsmittel sind beim Menschen bekannt. Dass sie aber auch bei Tieren nachhaltige Wirkung entfalten können, ist neu. In jetzt durchgeführten Versuchen an Hühnern, denen die „guten“ Bakterien Lactobacillus johnsonii verabreicht wurden, verschwanden etwa die gefährlichen Clostridium perfringens Erreger aus dem Verdauungsapparat. „Wir haben nur einen einzigen Bakterienstamm verabreicht und konnten damit ein gefährliches Pathogen eliminieren“, so Arjan Narbad vom Institute of Food Research. Clostridium-Bakterien machen Hühner dünn und kränklich, beim Menschen zählen sie zu den fünf häufigsten Erregern von Lebensmittelvergiftungen.

Doch die probiotische Nahrung bekämpft offensichtlich auch noch anderePathogene wie zum Beispiel die Campylobacter-Bakterien. Infektionen durch Bakterien der Gattung Campylobacter sind weltweit verbreitet. In der warmen Jahreszeit treten diese Erkrankungen auch in Europa vermehrt auf, nach Angaben des Berliner Robert Koch-Instituts hat das Auftreten von Campylobacter-Infektionen zugenommen. Nach Kontroll-Studien in Norwegen, Schweden, den Niederlanden, den USA und Dänemark bilden unzureichend erhitztes oder rekontaminiertes Geflügelfleisch und -produkte, nicht aber Eier, die Hauptinfektionsquelle. Weitere Infektionsquellen sind nichtpasteurisierte Milch, kontaminiertes, nicht gechlortes Trinkwasser und Heimtiere.

Den Untersuchungen der britischen Forscher zufolge haben Lactobacillus-Bakterien auch einen schwachen Positiveffekt gegen das Bakterium Escherischia coli. Darüber hinaus sind die Wissenschaftler überzeugt davon, dass die probiotische Nahrung die Tiere viel schneller wachsen lässt, meint etwa die Mikrobiologin Anne McCartney von der University of Reading. Die probiotischen Bakterien sind einfach zu verabreichen, denn sie werden in die Nahrung der Tiere gemischt oder dem Trinkwasser zugefügt.

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Möglicherweise könnten die probiotischen Nahrungszusatzmittel auch dazu beitragen, die Menge der verabreichten Antibiotika zu drosseln und damit die große Gefahr zunehmender Resistenzen gegen verschiedene Pathogene verringern. Derzeit untersuchen die Experten auch noch andere probiotische Spezies und ihre Wirkung auf Krankheitserreger. In weiterer Folge sollen die bislang nur im Labor durchgeführten Versuche auch auf Bauernhöfen stattfinden, um zu sehen, ob die positiven Effekte auch dort ähnlich groß sind.

(Pressetext Europe, 13.04.2004 – NPO)

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