"Tag der Immunologie" am 29. April 2006 Neue Waffen im Kampf gegen Seuchen - scinexx | Das Wissensmagazin
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"Tag der Immunologie" am 29. April 2006

Neue Waffen im Kampf gegen Seuchen

© MPI für Infektionsbiologie

Ein Viertel aller Todesfälle weltweit geht auch heute noch auf das Konto von Infektionskrankheiten. Viele Erreger sind mittlerweile gegen die traditionellen Impfstoffe resistent. Forscher am Max-Planck-Institut für Infektionsbiologie entwickeln deshalb neue Impfstoffe gegen Tuberkulose sowie das Magen-Bakterium Helicobacter pylori und haben dabei auch bereits erste Erfolge gemeldet.

Am "Tag der Immunologie" am 29. April 2006 informieren die Seuchen-Experten der Max-Planck Gesellschaft und anderer Wissenschaftsorganisationen europaweit über den Stand der immunologischen Forschung. Sie wollen nicht nur auf die neuesten wissenschaftlichen Erkenntnisse aufmerksam zu machen, sondern auch Öffentlichkeit und Politik europaweit für die Bedeutung dieses Forschungsgebietes sensibilisieren.

Auch dieses Jahr retten Impfstoffe weltweit mehr als zehn Millionen Menschenleben – und das zu geringeren Kosten als irgendeine andere medizinische Maßnahme. Die Erfolge von Impfungen in den Ländern, in denen Impfprogramme konsequent durchgeführt werden, sind beeindruckend. Dennoch ist dies nur die halbe Wahrheit – es ist eine Erfolgsgeschichte der Industrieländer, die dazu verleitet, das weltweite Problem der Infektionskrankheiten falsch einzuschätzen.

Statistiken der Weltgesundheitsorganisation WHO der vergangenen Jahre zeigen, dass rund 25 Prozent aller Todesfälle durch Infektionskrankheiten verursacht werden. Die Möglichkeiten, Infektionskrankheiten durch traditionelle Impfstoffe vorzubeugen, sind weitgehend erschöpft.

Neue Impfstoffe gegen Helicobacter und Tuberkulose?

Am Max-Planck-Institut für Infektionsbiologie in Berlin arbeiten die Wissenschaftler deshalb an der Entwicklung eines neuen Impfstoffs gegen das Bakterium Helicobacter pylori. Für seine Entdeckung Anfang der 1980er-Jahre bekamen die beiden Australier Robin Warren und Barry Marshall im vergangenen Jahr den Nobelpreis für Medizin. Die Wissenschaftler der Abteilung Molekulare Biologie von Professor Thomas F. Meyer versuchen die Strategien aufzudecken, mit denen dieser Erreger die Abwehrmechanismen seines Wirtes außer Kraft setzt.

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Etwa die Hälfte der Weltbevölkerung ist mit Helicobacter pylori infiziert. Das Bakterium verursacht Magenkrebs, den weltweit zweithäufigsten bösartigen Tumor. Obgleich bisher sehr wenig über die immunologischen Abwehrmechanismen im Magen bekannt ist, verzeichnen die Forscher um Meyer erste Erfolge bei der Entwicklung eines Impfstoffes gegen Helicobacter pylori.

Die Wissenschaftler aus der Abteilung von Professor Stefan H. Kaufmann konnten zudem bereits im August 2005 einen neuen Impfstoff gegen Tuberkulose vorstellen, der in ersten Untersuchungen zu hoffnungsvollen Impfergebnissen geführt hat und voraussichtlich Ende 2006 / Anfang 2007 in Klinische Studien eintreten soll.

Tag der Immunologie seit 2005

Kaufmann war es auch, der als Vizepräsident der Europäischen Föderation der immunologischen Gesellschaften (EFIS) 2005 erstmals den Tag der Immunologie ins Leben gerufen hat. Damit wollen die Immunologen auf die Bedeutung ihrer Disziplin für die Gesunderhaltung des Menschen aufmerksam machen.

In diesem Jahr richtet sich der Tag der Immunologie am 29. April 2006 speziell an Jugendliche, Schüler und Lehrer. Unter dem Motto "Immunologen gehen an die Schulen" wollen Forscher Verständnis wecken für die komplexen Vorgänge, die den Körper gegen ständige Angriffe durch virale und bakterielle Krankheitserreger wappnen.

Die Max-Planck-Gesellschaft hat einen BIOMAX "Mikroben schachmatt gesetzt – Forscher rüsten Tuberkulose-Impfstoff nach" zum Thema aufbereitet, von dem kostenlose Exemplare für den Schulunterricht abgegeben werden. Zum "Helicobacter-Impfstoff gegen Magenkrebs" gibt es einen von der Deutschen Welle produzierten Film, der ebenfalls über die Website der MPG abgerufen werden kann.

"Fragen zur Vogelgrippe, Impfung, aber auch das persönliche Wohlbefinden beschäftigen Jugendliche in ganz Europa. Hier bietet sich eine ausgezeichnete Gelegenheit, bei Schülern das Verständnis für Immunologie zu wecken", meint Kaufmann.

(idw – MPG, 28.04.2006 – DLO)

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