Anatomische Überraschung: In den Lymphknoten von Säugetieren gibt es zuvor unerkannte Strukturen. Diese bestehen aus winzigen Knötchen voller unreifer, ruhender B-Abwehrzellen, wie Forschende entdeckt haben. Die jetzt bei Mäusen erstmals nachgewiesenen Noduli kommen nur in den für die Schleimhäute zuständigen Lymphknoten vor und werden mit dem Alter zahlreicher. Wozu sie jedoch dienen – ob als stille Reserve der Immunabwehr oder als Regulatoren, ist bisher ungeklärt.
Unser Immunsystem ist immer auf Abruf: Detektiert es Krankheitserreger und andere als fremd eingestufte Zellen, schlägt es Alarm und mobilisiert verschiedenste Abwehrzellen, darunter Fresszellen, natürliche Killerzellen, T-Zellen und B-Zellen. Letztere sind entscheidend für die Antikörperreaktion: Bei Kontakt mit einem Erreger wandelt sich ein Teil der B-Zellen zu Antikörper-Fabriken um, andere B-Zellen werden zu Gedächtniszellen und „merken“ sich die Erregermerkmale für das nächste Mal.
Zu den Vorposten unserer Immunabwehr gehören die rund 600 bis 700 Lymphknoten unseres Körpers: Sie filtern und verteilen die Lymphflüssigkeit, sind aber auch Brutstätten und Stützpunkte für die Abwehrzellen.

Lymphknoten im Röntgenlaser
Jetzt haben Forschende in den Lymphknoten ganz neue Strukturen entdeckt. Das Team um Paul Schütz und Florian Schwarzenberg von der Universität Hamburg stieß darauf, als es die Lymphknoten von Mäusen mit einem speziellen Verfahren untersuchte: der Phasenkontrast-Mikrotomografie. Dabei wird das Gewebe mittels kohärenter Röntgenstrahlung durchleuchtet und die von Mikrostrukturen verursachte Phasenverschiebung des Röntgenlichts in hoher Auflösung detektiert.










