Neuer Wirkstoff stimuliert Bildung von Blutplättchen Mikroproteine unterstützen Chemotherapie - scinexx | Das Wissensmagazin
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Neuer Wirkstoff stimuliert Bildung von Blutplättchen

Mikroproteine unterstützen Chemotherapie

Neue therapeutische Wirkstoffe auf der Basis von Mikroproteinen können vielleicht schon bald Chemotherapien unterstützen. Die vom Göttinger Biotechnologie-Unternehmen Selecore entwickelte Substanz verhindert Blutarmut bei der Therapie und fördert die Bildung neuer Blutplättchen. Dabei wirken Mikroproteine im Prinzip wie Antikörper, in dem sie an vorgegebene Zielmoleküle andocken und sie blockieren.

Patienten, die sich einer Chemotherapie unterziehen, leiden häufig unter Armut an Blutplättchen, der so genannten chemotherapieassoziierten Thrombozytopenie. Dabei werden die Vorläuferzellen für Blutplättchen im Knochenmark beschädigt oder zerstört. Die Folge: Eine schnelle und koordinierte Wundheilung ist durch den Mangel an Blutplättchen nicht möglich, weil der Mindestspiegel an Blutplättchen nicht vorhanden ist.

Damit sich das Knochenmark wieder regenerieren und neue Vorläuferzellen bilden kann, liegen zwischen den einzelnen Behandlungsintervallen oftmals mehrere Wochen und Monate. „Mit Hilfe des neuen Wirkstoffes wird die Bildung von Blutplättchen stimuliert und die Vorläuferzellen können im Verlauf der Chemotherapie schneller gebildet werden“, erklärt Harald Kolmar von Selecore. Nach seiner Ansicht eine entscheidende Voraussetzung für den Therapieerfolg: „Mit kürzeren Regenerationsphasen und einem höheren Behandlungsrhythmus lässt sich der Tumor besser kontrollieren.“

Medizinische Tests haben den neuen Wirkstoffkandidaten in den vergangenen Monaten näher an die Marktreife geführt. An der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH) wurde der Wirkstoff bereits erfolgreich an menschlichen Knochenmarkzellen getestet. Auch Tests an gesunden Mäusen, die das Fraunhofer Institut in Hannover durchgeführt hat, wurden positiv abgeschlossen. Bereits mit geringen Konzentrationen konnte die Anzahl der Blutplättchen um die zwei- bis dreifache Menge erhöht werden. Letzte Klarheit sollen nun Tests mit kranken Mäusen bringen.

(idw – BioRegioN – Biotechnologie Niedersachsen, 01.03.2005 – DLO)

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