Der Besuch von Theatern, Konzerten und Ausstellungen fördert Gesundheit und Lebensdauer Kunstgenuss verlängert das Leben - scinexx | Das Wissensmagazin
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Kunstgenuss verlängert das Leben

Der Besuch von Theatern, Konzerten und Ausstellungen fördert Gesundheit und Lebensdauer

Kunstgenuss
Wer häufiger dem Kulturgenuss frönt, könnte sein Sterberisiko verringern. © andresr/ iStock

Gut für Körper und Seele: Wer häufiger in Konzerte, Ausstellungen oder ins Theater geht, fördert seine Gesundheit – und lebt sogar länger. Denn einer Studie zufolge senkt regelmäßiger Musik- und Kunstgenuss die Mortalität bei älteren Menschen um bis zu 31 Prozent. Ein Teil dieses positiven Effekts ist mit Bewegung, geistiger Anregung und sozialen Kontakten erklärbar, die mit solchen Aktivitäten verbunden sind, wie die Forscher im „British Medical Journal“ erklären.

Musik und Kunst sind uralte, tief in uns verwurzelte Kulturtechniken: Schon vor tausenden von Jahren fertigten unsere Vorfahren Musikinstrumente und verzierten Höhlenwände mit Malereien. Studien zeigen zudem, dass unser Gehirn auf spezielle Weise reagiert, wenn wir besonders schöne, beeindruckende Kunstwerke betrachten. Es könnte sogar sein, dass wir eine Art universelles Gespür für Schönheit besitzen. Musik wiederum kann bekanntermaßen heilsame Wirkung entfalten.

Weniger Sterbefälle unter Kulturfans

Doch wie weit reicht die positive Wirkung von Kunst und Musik? Kann sie sogar unser Leben verlängern? Das haben nun Daisy Fancourt und Andrew Steptoe vom University College London untersucht. Dafür werteten sie Daten einer britischen Langzeitstudie mit mehr als 6.000 Teilnehmern über 50 Jahren aus. Konkret ermittelten sie, ob es einen Zusammenhang gibt zwischen der Mortalität innerhalb von 14 Jahren und der Häufigkeit, mit der diese Frauen und Männer Theater, Museen, Konzerte oder Ausstellungen besuchten.

Das Ergebnis: Regelmäßiger Kunstgenuss scheint tatsächlich eine gewisse lebensverlängernde Wirkung zu haben. Denn je häufiger man solche Aktivitäten unternimmt, desto geringer ist das Sterberisiko, wie die Forscher berichten. Bei den Teilnehmern, die keine solchen Aktivitäten unternahmen, starben im Schnitt sechs von 1.000 Teilnehmern im Verlauf der 14 Jahre. Bei denen, die mindestens alle paar Wochen dem Kunstgenuss frönten, waren es nur 2,4 Todesfälle pro 1.000.

Positiver Effekt auch ohne andere Einflussfaktoren

Das Interessante daran: Selbst, wenn andere Einflussfaktoren wie Alter, Gesundheit oder sozioökonomischer Kontext mit berücksichtig wurden, blieb ein Teil dieses positiven Effekts erhalten. „Wenn wir alle Störfaktoren miteinrechneten, hatten diejenigen, die regelmäßig kulturelle Aktivitäten unternahmen, ein 31 Prozent geringeres Sterberisiko als diejenigen, die dies niemals taten“, berichten Fancourt und Steptoe.

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Die Forscher vermuten, dass ein großer Teil dieser positiven Wirkung darauf beruht, dass der Kunstgenuss uns Anregung für unseren Geist bietet – sowohl durch die Musik oder Kunst selbst als auch durch Kontakte mit anderen Menschen. So haben Studien schon gezeigt, dass kulturelle Aktivitäten die Stimmung heben, Depressionen entgegenwirken und sogar chronische Schmerzen lindern können. Gleichzeitig bringen uns diese Aktivitäten dazu, unser Sofa zu verlassen und uns zu bewegen.

Stärkung für Körper und Geist

„Insgesamt unterstreichen unsere Ergebnisse, wie wichtig es für unsere Gesundheit ist, immer wieder Neues zu erkunden und zu erleben“, sagen Fancourt und Steptoe. Demnach kann nicht nur aktives Musizieren, Tanzen oder Theaterspielen unseren Geist und Körper stärken – selbst ein passiver Genuss hat positive Effekte. (British Medical Journal (BMJ), 2019; doi: 10.1136/bmj.l6377)

Quelle: BMJ

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