Bessere Organisation könnte Hälfte aller ärztlichen Behandlungsfehler verhindern Kunstfehler vermeidbar? - scinexx | Das Wissensmagazin
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Bessere Organisation könnte Hälfte aller ärztlichen Behandlungsfehler verhindern

Kunstfehler vermeidbar?

Schon durch wenige organisatorische Maßnahmen lässt sich nach Ansicht des Bonner Medizinprofessors Martin Hansis die Zahl der Medizinfehler in Deutschland um die Hälfte reduzieren. Nach einer Studie des Berliner Robert-Koch-Instituts werden jährlich etwa 12.000 Fehler nachgewiesen. Doch die Dunkelziffer ist nach Expertenmeinung hoch – wie viele Menschen in Deutschland von Medizinfehlern betroffen sind, ist daher unbekannt.

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Wie das Magazin stern in seiner neuen Ausgabe berichtet, hat Hansis, der an der Universität Bonn einen Lehrstuhl für Klinisches Qualitätsmanagement hat, als Ursachen von Fehlbehandlungen in Krankenhäusern vor allem Organisationsmängel und Koordinationsdefizite ausgemacht – beispielsweise werde die Krankenakte nicht präzise geführt, klappe die Absprache zwischen Ärzten nicht oder seien Anweisungen an das Personal nicht klar genug.

Als Konsequenz fordert Hannis auch für die Ärzte ein effektives „Risk Management“, bei dem in aller Offenheit intern über jedes Missgeschick diskutiert wird. „Dabei geht es nicht um Schuldzuweisungen, sondern darum, aus gemachten Fehlern zu lernen, um sie effektiv bekämpfen zu können“, sagte Hannis dem stern. Auch sei in den Kliniken ein Betriebsklima ohne Angst vor Autoritäten und Repression wichtig. Als erster müsse der Chef über eigene Missgeschicke reden, um den untergebenen Ärzten die Angst vor Konsequenzen zu nehmen.

Nach Ansicht von AOK-Vorstandschef Hans Jürgen Ahrens könnte der Medizinbetrieb durch besseres Fehlermanagement auch kräftig sparen. So ließen sich die immensen Haftpflichtsummen von Ärzten und Kliniken deutlich reduzieren, wenn sie gegenüber den Versicherern ein praktiziertes „Fehlermanagement“ nachweisen könnten. Jeder Fehler weniger erspare nicht nur dem Patienten Leid, den Behandelnden und Pflegenden Schuldgefühle, Stress und Sanktionen, sondern auch den Kostenträgern Geld, das an anderer Stelle sinnvoll eingesetzt werden

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könne.

(Stern, 09.12.2004 – NPO)

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