Transgene Schweine erzeugen herzschonenden Wirkstoff in ihren Geweben Klon-Schweine produzieren Omega-3 Fettsäuren - scinexx | Das Wissensmagazin
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Transgene Schweine erzeugen herzschonenden Wirkstoff in ihren Geweben

Klon-Schweine produzieren Omega-3 Fettsäuren

Omega-3 Fettsäuren sind normalerweise vor allem in fetthaltigem Fisch enthalten. Jetzt haben Wissenschaftler erstmals transgene Schweine erzeugt, die die gesunden Fettsäuren produzieren. Damit könnte in Zukunft eine alternative Quelle von Omega-3 zur Verfügung stehen, wie die Forscher in Nature Biotechnology berichten. Doch auch für die Schweine selbst und den Menschen sehen die Wissenschaftler Vorteile.

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Omega-3 Fettsäuren gelten als herzschonend und senken die Risiken für Herz-Kreislauferkrankungen. Wer sie zu sich nehmen wollte, musste sie bisher entweder als Tabletten schlucken oder aber viele fettigen Fisch wie Lachs, Thunfisch oder Makrelen essen. Diese können allerdings höhere Dosen an Quecksilber enthalten. Jetzt haben Wissenschaftler der medizinischen Fakultät der Universität von Pittsburgh um Yifan Dai sowie Kollegen von der Universität von Missouri-Columbia und dem Massachusetts General Hospital mithilfe der Gentechnik Schweine erzeugt, die den Wirkstoff ebenfalls produzieren.

Um die Produktion der Omega-3 Fettsäuren anzuregen, transferierten die Forscher ein Gen namens fat-1 in Fibroblasten von Schweineembryonen. Diese Zellen bilden den Ursprung des Bindegewebes. Fat-1 erzeugt ein Enzym, das die weniger wirksamen, aber häufigeren Omega-6 Fettsäuren in die begehrten Omega-3 Fettsäuren umwandelt. Mithilfe des so genannten Kerntransfer-Klonens erzeugten sie anschließend transgene Schweine aus diesen modifizierten Zellen. Tests am Bindegewebe der Tiere belegten dann, dass fat-1 tatsächlich für einen höheren Gehalt an Omega-3 sorgte.

Die Ergebnisse dieser Studie könnten, so die Forscher, zu einem besseren Verständnis der Herz-Kreislauffunktionen nicht nur beim Schwein, sondern auch beim Menschen führen. “Schweine und Menschen haben eine ähnliche Physiologie”, erklärt Randy Prather, Professor für reproduktive Biologie an der Universität von Missouri-Columbia. „Wir könnten diese Tiere als Modell einsetzen um zu sehen, was mit dem Herzen passiert, wenn wir die Omega-3-Konzentrationen im Körper erhöhen. Es könnte uns ermöglichen festzustellen, wie dies der kardiovaskulären Funktion hilft. Wenn diese Tiere in die Nahrungskette gelangen, könnten sich andere Vorteile ergeben. Zum einen haben die Schweine bessere Herz-Kreislauf-Funktionen und leben damit länger, für Bauern ergeben sich dabei weniger Verluste. Zweitens sind gesündere Tiere auch besser für die menschliche Ernährung.“

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“Während Fisch, vor allem Lachs und Thunfisch, die besten Quellen für Omega-3 Fettsäuren sind, sollten wir dennoch ihren Verzehr einschränken, da sie hohe Quecksilberwerte enthalten können“, ergänzt Dai. „Die Schweine könnten einerseits eine gute alternative Quelle sein, andererseits ein ideales Modell, um Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Autoimmunerkrankungen zu untersuchen.“

Die Produktion der Schweine eröffnet den Forschern neue Möglichkeiten der Untersuchungen: Forscher der Missiouri-Columbia Universität wollen die Omega-3 Schweine beispielsweise jetzt genauer daraufhin erforschen, wie sich die erhöhten Omega-3 Gehalte in Kombination mit Training auf die Fitness und das Herz-Kreislaufsystem auswirken.

(University of Pittsburgh Medical Center, 27.03.2006 – NPO)

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