Europaweite Studie zeigt Anstieg im Zuckerkonsum von Freitag bis Sonntag Kinder bekommen mehr Zucker am Wochenende - scinexx | Das Wissensmagazin
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Europaweite Studie zeigt Anstieg im Zuckerkonsum von Freitag bis Sonntag

Kinder bekommen mehr Zucker am Wochenende

Süßigkeiten sind bei Kindern beliebt, enthalten aber viel Zucker. © freeimages

Freizeit ist süße Zeit: Der Zuckerverbrauch steigt bei Kindern am Wochenende deutlich an, so das Ergebnis einer europaweiten Studie. Eltern scheinen an den freien Tagen weniger streng darauf zu achten, was und wie viele Süßigkeiten ihre Kinder essen. Das aber ist, verbunden mit dem ohnehin schon hohen Zuckerkonsum vieler Kinder, nicht gerade förderlich für die Gesundheit. Die Forscher appellieren daher, Kindern weniger zuckerhaltige Lebensmittel und Getränke zu geben.

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In den Sommerferien und bei besonderen Anlässen sind viele Eltern nachsichtiger mit ihren Kindern und erlauben ihnen häufiger Leckereien wie Eis und andere Süßigkeiten. Der darin enthaltene Zucker gehört jedoch zu den Hauptursachen von Übergewicht und Diabetes vom Typ 2. Diese Volkskrankheiten sind seit Jahren auf dem Vormarsch und können ihrerseits zu Bluthochdruck und Herz-Kreislauf-Erkrankungen führen. Auf eine gesunde Ernährung und insbesondere den Zuckerkonsum von Kindern und Jugendlichen zu achten, ist daher besonders wichtig.

Viel Zucker in der Woche, besonders viel am Wochenende

Eltern, die einen gesunden Lebensstil ihrer Kinder anstreben, sollten jedoch nicht nur in den Ferien oder bei Feierlichkeiten ein Auge auf den süßen Zahn ihrer Kinder haben. Im Rahmen der EU-Studie „IDEFICS“ aus den Jahren 2006 bis 2012 haben europäische Wissenschaftler den Zuckerkonsum von rund 9.500 Kindern im Alter von zwei bis neun Jahren untersucht. Die Angaben zur Ernährung der Kinder stammten aus einem von den Eltern ausgefüllten Fragebogen.

Die Daten zeigten: Die Kinder bekamen im Durchschnitt nicht nur eine recht hohe Menge Zucker pro Tag, die Werte stiegen darüber hinaus am Freitag und am Wochenende merklich an. Quellen des vielen Zuckers sind nicht nur Süßigkeiten wie Bonbons und Schokolade: Neben süßen Brotaufstrichen wie Honig oder Marmelade und vielen Frühstücksflocken oder Müslimischungen fallen auch zuckerhaltige Getränke und Dessert-Saucen ins Gewicht.

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Das Studienergebnis liefert wichtige Anhaltspunkte für eine gesündere Ernährung: „Es ist wichtig herauszufinden, wann das Ernährungsverhalten von Kindern weniger gesund ist“, so Studienautorin Åsa Svensson von der schwedischen Universität Umeå. „Wenn der Gesamt-Zuckerkonsum der Kinder sinken soll, ist es wichtig für Eltern, insbesondere an Freitagen und Wochenenden die Ernährungsgewohnheiten der Familie unter die Lupe zu nehmen. An diesen Tagen können Eltern besser kontrollieren, was ihre Kinder essen.“

„Hoher Zuckerkonsum sollte Sorge bereiten“

Die ebenfalls von der EU geförderte Studie I.Family setzt die Forschung in diese Richtung fort. Sie begleitet die Kinder, die an der IDEFICS-Studie teilgenommen haben, auf dem Weg in die Pubertät. So wollen die Forscher feststellen, welche Faktoren eine gesunde Ernährung und einen gesunden Lebensstil bei europäischen Familien hemmen oder fördern.

Die Wissenschaftler dieser Studie sprechen sich dafür aus, die Ergebnisse zum Zuckerkonsum von Kindern breiter zu interpretieren: Das Ernährungsverhalten sollte die ganze Woche über gesünder werden, nicht nur an Wochenenden. „Ich denke, das Hauptaugenmerk sollte sich auf den hohen durchschnittlichen Zuckerkonsum an Wochentagen wie auch an Wochenenden richten“, sagt Garrath Williams von der Universität Lancaster in Großbritannien. „Dieser sollte sowohl Schulen als auch Eltern Sorge bereiten – ebenso Firmen, die Lebensmittel speziell für Kinder herstellen und vermarkten.“

(European Journal of Clinical Nutrition, 2014; doi: 10.1038/ejcn.2014.87)

(Leibniz-Institut für Präventionsforschung und Epidemiologie – BIPS, 08.09.2014 – AKR)

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