Ständige Kaubewegung führt bei vielen Jugendlichen zu chronischer Migräne und Spannungskopfschmerzen Kaugummi-Kauen fördert Kopfschmerzen - scinexx | Das Wissensmagazin
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Ständige Kaubewegung führt bei vielen Jugendlichen zu chronischer Migräne und Spannungskopfschmerzen

Kaugummi-Kauen fördert Kopfschmerzen

Kaugummi-Kauen kann Kopfschmerzen fördern © Mary Mayr / CC-by-sa 2.0 us

Wenn Teenager unter chronischen Kopfschmerzen leiden, könnte es eine verblüffend einfache Behandlung geben: Einfach mit dem Kaugummi-Kauen aufhören. Denn das Experiment eines Mediziners zeigt, dass das ständige Auf und Ab des Kiefers das sensible Kiefergelenk belastet und darüber Spannungskopfschmerzen und Migräne fördert. Hörten Jugendliche damit auf, verschwanden in 87 Prozent der Fälle auch ihre Kopfschmerzen.

Migräne und Spannungskopfschmerzen kommen bei Kindern und Jugendlichen häufig vor. Vor allem Mädchen leiden darunter. Typische Auslöser sind nach gängiger Lehrmeinung Schlafmangel, Stress, Lärm, Hormonschwankungen durch den weiblichen Zyklus, aber auch zu viel Zeit am Computer und das Rauchen. Nathan Watemberg von der Universität von Tel Aviv machte aber noch eine andere auffällige Beobachtung: Viele der Kinder und Jugendlichen, die wegen Kopfschmerzen in der Kinderklinik der Universität behandelt wurden, berichten, auch häufig Kaugummi zu kauen. Gerade unter den Mädchen war dies extrem verbreitet.

Das aber brachte den Mediziner auf eine Idee: Was, wenn das exzessive und ständige Kauen Verspannungen auslöste, die wiederum die Kopfschmerzen hervorriefen? „Jeder Arzt weiß, dass eine Übernutzung des sogenannten Temperomandibular-Gelenks Kopfschmerzen verursacht“, sagt Watemberg. „Ich glaube, dass genau das passiert, wenn Kinder und Teenager ständig Kaugummi kauen.“

Signifikante Verbesserung bei 26 von 30 Patienten

Um das zu testen, machte Watemberg die Probe aufs Exempel. Er bat 30 junge Patienten, die unter chronischer Migräne oder Spannungskopfschmerzen litten, einen Monat lang auf Kaugummis zu verzichten. Bisher hatten die Kinder und Jugendlichen bis zu sechs Stunden täglich auf den Gummis herumgekaut. Das Ergebnis: „Von unseren 30 Patienten berichteten 26 eine deutliche Besserung und bei 19 verschwanden die Kopfschmerzen völlig“, erklärt Watemberg.

Um zu prüfen, ob tatsächlich der Kaugummi-Verzicht der Grund für die Besserung war, bat er 20 der Probanden, zum Wohl der Forschung wieder mit dem Kaugummi-Kauen anzufangen. Und tatsächlich: Schon nach ein paar Tagen kamen ihre Kopfschmerzen wieder.

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Nach Ansicht des Mediziners belegt dies, dass das ständige Kauen tatsächlich Kopfschmerzen fördern kann – indem es das sensible Kiefergelenk belastet. Das Gute daran: Das bedeutet auch, dass es eine sehr einfache und schonende Hilfe für Teenager mit chronischen Kopfschmerzen geben könnte: Einfach mal die Kaugummis weglassen könnte schon eine große Besserung bringen – ganz ohne Nebenwirkungen und teure Medikamente.

(American Friends of the Tel Aviv University, 30.12.2013 – NPO)

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