Inhaltsstoff Falcarinol hemmt Tumorentwicklung im Tierversuch Karotten gegen Krebs - scinexx | Das Wissensmagazin
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Inhaltsstoff Falcarinol hemmt Tumorentwicklung im Tierversuch

Karotten gegen Krebs

Möhren © IMSI MasterClips

Jetzt gibt es noch einen Grund mehr, Karotten zu essen: Wissenschaftler haben eine Verbindung in dem Wurzelgemüse entdeckt, die die Entwicklung von Krebs hemmen kann. Im Tierversuch senkte das natürliche Pestizid Falcarinol das Krebsrisiko bei Ratten um ein Drittel.

Obwohl Experten schon seit längerem empfehlen, Karotten zu essen weil sie das Krebsrisiko senken, war bisher nicht genau bekannt, welcher Bestandteil der Wurzel die konkrete Wirkung beinhaltet. Forscher der Universität of Newcastle upon Tyne in England um Kirsten Brandt haben dies nu herausgefunden. Der Anti-Krebs-Kandidat ist Falcarinol, ein Stoff, der die Pflanze normalerweise vor Pilzerkrankungen schützt.

In ihren Labortests an 24 Ratten mit Vorstufen von Krebstumoren gaben die Wissenschaftler den auf drei Gruppen aufgeteilten Tieren unterschiedliche Nahrung zu fressen. Nach 18 Wochen hatten sowohl die Ratten, die zusätzlich zu ihrer normalen Nahrung rohe Karotten erhielten als auch die Tiere, die die entsprechende reinen Falcarinols als Zusatz bekamen rund ein Drittel weniger Tumore entwickelt als die Tiere der Kontrollgruppe.

“Wir wussten schon, dass Karotten gesund sind und das Krebsrisiko reduziert, aber bis jetzt wussten wir nicht, welches Element des Gemüses diese speziellen Eigenschaften besitzt“, erklärt Kirsten Brandt. „Unsere Forschungen erlauben uns zurzeit erst eine qualitative nicht quantitative Bewertung der Gemüse, die wir essen. Wir müssen jetzt einen Schritt weiter gehen und herausfinden, wie viel Falcarinol gebraucht wird, um die Entwicklung von Krebs zu verhindern, und auch, ob bestimmte Karottensorten besser geeignet sind als andere.“

Noch ist der Wirkmechanismus des Falcarinol nicht aufgeklärt, die Forscher vermuten jedoch, dass der Pflanzeninhaltstoff körpereigene Abwehrmechanismen anregt und so die Krebsentwicklung hemmt. Da die Ratten im Versuch rohe Karotten erhielten, ist auch noch nicht klar, ob der Inhaltsstoff seine Wirkung auch entfaltet, wenn die Wurzeln gekocht werden oder als Saft getrunken. „Wir sollten auch unser Wissen erweitern und die Eigenschaften anderer Gemüse näher erforschen. Für die Verbraucher könnte es bald nicht mehr nur heißen, möglichst fünf Portionen Obst und Gemüse am Tag zu essen, sondern auch die Empfehlung, welche Sorten in welchen Mengen.“

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(University of Newcastle upon Tyne, 09.02.2005 – NPO)

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