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Impfstoffe: Moderna und BioNTech im Vergleich

Moderna-Vakzin liegt in der Schutzwirkung gegen Covid-19 leicht vor dem BioNTech-Impfstoff

mRNA-Impfstoff
Wie gut schützen die mRNA-Impfstoffe von Moderna und BioNTech/Pfizer im Vergleich? © crocothery/ Getty images

Effektiver Schutz: Im direkten Vergleich kann der Moderna-Impfstoff etwas mehr Infektionen, Krankenhauseinweisungen und Todesfälle durch Covid-19 verhindern als das Vakzin von BioNTech. Das zeigt eine Studie, in der die Wirksamkeit der Impfstoffe anhand von Patientenakten von fast 500.000 amerikanischen Veteranen verglichen wurde. Die Forscher betonen aber, dass beide mRNA-Impfstoffe sehr wirksam sind – sowohl gegen die Alpha- als auch gegen die Delta-Variante.

Impfstoffe gelten als die beste Möglichkeit, die Corona-Pandemie zu kontrollieren und Menschen vor schweren Verläufen von Covid-19 zu bewahren. Als besonders effektiv haben sich dabei die mRNA-Impfstoffe von Moderna und BioNTech/Pfizer mit einer Wirksamkeit von 94 Prozent und 95 Prozent erwiesen. Moderna enthält pro Dosis rund 100 Mikrogramm mRNA, BioNTech rund 30 Mikrogramm. Bei beiden Vakzinen lässt die Schutzwirkung der ersten beiden Dosen allerdings nach einigen Monaten nach, wodurch Infektionen und Impfdurchbrüche häufiger werden.

Daten von geimpften Veteranen

Doch wie sieht es im direkten Vergleich der beiden mRNA-Impfstoffe aus? Diese Frage hat nun ein Team um Barbra Dickerman von der Harvard School of Public Health in Massachusetts untersucht. Die Forscher werteten dazu die Patientenakten von US-Veteranen aus, die zwischen Anfang Januar 2021 und Mitte Mai 2021 einen der beiden Impfstoffe erhalten hatten. Für die fast 220.000 Personen pro Gruppe erhoben sie, wie viele von ihnen sich innerhalb von 24 Wochen nach der Impfung mit SARS-CoV-2 infizierten, wie viele symptomatisch erkrankten, ins Krankenhaus oder auf die Intensivstation kamen oder verstarben.

Um tatsächlich vergleichbare Ergebnisse zu erhalten, achteten die Forscher darauf, dass sich die beiden Gruppen in Bezug auf demografische, geografische und gesundheitsbezogene Merkmale ähnelten. „Dies ermöglichte es unserer Beobachtungsanalyse, während eines globalen Notfalls, in dem schnelle Antworten benötigt werden und randomisierte Studien unpraktisch sein können, außergewöhnlich glaubwürdige Ergebnisse zu liefern“, so Dickerman.

Leichte Unterschiede in der Schutzwirkung

Das Ergebnis: „Beide Impfstoffe sind unglaublich wirksam, mit nur seltenen Durchbrüchen“, sagt Koautor Juan Casas von der Harvard Medical School. In der BioNTech-Gruppe infizierten sich 5,75 von 1.000 Geimpften innerhalb eines halben Jahres mit SARS-CoV-2, in der Moderna-Gruppe waren es 4,52 von 1.000 Geimpften. Somit konnte die Moderna-Impfung pro 1.000 Geimpfte 1,23 Infektionen mehr verhindern als die BioNTech-Impfung.

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Auch was die anderen erhobenen Parameter anging, erwies sich der Impfstoff von Moderna als etwas wirksamer als der von BioNTech. Pro tausend Geimpften entwickelten in der Moderna-Gruppe 1,13 Personen Covid-19-Symptome, in der BioNTech-Gruppe 1,57. Zudem mussten aus der Moderna-Gruppe etwas weniger Personen im Krankenhaus beziehungsweise auf der Intensivstation behandelt werden. Insgesamt 81 der fast 500.000 untersuchten Veteranen starben trotz Impfung an Covid-19, davon 43 aus der BioNTech-Gruppe und 38 aus der Moderna-Gruppe.

Auch gegen Delta wirksam

In dem halbjährigen Erhebungszeitraum herrschte in den USA die Alpha-Variante von SARS-CoV-2 vor. Um auch die Wirksamkeit der Impfstoffe gegen die Delta-Variante einzubeziehen, führten die Forscher eine weitere Untersuchung mit Veteranen durch, die zwischen Juli und September 2021 geimpft wurden. Hier betrug der Beobachtungszeitraum nur zwölf Wochen. In dieser Zeit verhinderte der Moderna-Impfstoff 6,54 Infektionen mehr als der BioNTech-Impfstoff.

„Unabhängig vom vorherrschenden Stamm – Alpha früher und Delta später – erwies sich Moderna als etwas wirksamer“, fasst Casas zusammen. „In Anbetracht der hohen Wirksamkeit der Impfstoffe von Moderna und BioNTech, die durch unsere Studie bestätigt wurde, können wir beide Impfstoffe empfehlen“, ergänzt Dickerman. Da die Unterschiede so gering sind, dass sie nur bei der sehr großen untersuchten Studienpopulation sichtbar wurden, sind für die individuelle Entscheidung beide Impfstoffe ähnlich gut geeignet.

Hilfreich für Entscheidungsgremien

Auf Public Health Ebene dagegen könnten die Unterschiede dagegen durchaus relevant sein, so Dickerman: „Auch wenn die geschätzten Unterschiede in der Wirksamkeit in absoluten Zahlen gering waren, so können sie doch von Bedeutung sein, wenn man bedenkt, in welch großem Maßstab diese Impfstoffe in der Bevölkerung eingesetzt werden. Diese Informationen können für größere Entscheidungsgremien hilfreich sein.“ (New England Journal of Medicine, 2021; doi: 10.1056/NEJMoa2115463)

Quelle: Veterans Affairs Research Communications

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