Ist mein Alzheimer-Risiko erhöht? Das kann nun offenbar ein Smartphone-Spiel beantworten. Denn die von Wissenschaftlern entwickelte App deckt subtile Defizite in der Orientierung auf, die schon lange vor den ersten Gedächtnisschwächen auftreten. Auch Menschen mit einer genetischen Prädisposition für Alzheimer lassen sich mit diesem Spiel identifizieren, wie die Forscher berichten. Das könnte bei der Früherkennung und frühen Behandlung helfen.
Alzheimer ist eine der häufigsten Demenzerkrankungen im Alter. Weil die Zerstörung der Gehirnzellen jedoch schleichend fortschreitet, wird die Krankheit oft erst erkannt, wenn Gedächtnisdefizite auftreten und wichtige Hirnareale schon schwer geschädigt sind. Das Problem: Bisherige Therapien können diese Hirnschäden nicht rückgängig machen, das Absterben der Neuronen lässt sich nur verlangsamen. Umso wichtig ist es, Alzheimer möglichst früh zu erkennen – beispielsweise mittels Bluttests oder KI-gestützten Hirnscans.
Handy-Spiel hilft Neurologen
Jetzt könnte ein ungewöhnliches Hilfsmittel die Diagnose erleichtern – ein Handy-Spiel. Die App „Sea Hero Quest“ wurde von der Telekom unter Mitwirkung von Neurologen speziell für die Demenzforschung entwickelt. Im Spiel besteht die Aufgabe darin, seinen Weg durch das Labyrinth einer virtuellen Ozeanwelt mit Inseln und Eisbergen zu finden. Die Daten und das Verhalten der Spieler werden an Forschungsserver übermittelt und von Wissenschaftlern ausgewertet.
Der Clou dabei: Weil schon mehr als vier Millionen Menschen dieses Spiel gespielt haben, konnten Forscher daraus die weltweit erste Benchmark zur normalen menschlichen Orientierungsfähigkeit erstellen. Sie liefert Vergleichswerte dafür, wie und wie gut Menschen verschiedenen Alters, Geschlechts oder verschiedener Kulturen navigieren.










