Bakterien werden auch über Putz-Utensilien der Reinigungskräfte verbreitet Fernbedienungen in Hotelzimmern sind stark mit Keimen belastet - scinexx | Das Wissensmagazin
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Bakterien werden auch über Putz-Utensilien der Reinigungskräfte verbreitet

Fernbedienungen in Hotelzimmern sind stark mit Keimen belastet

Fernbedienung © espensorvik / CC BY 2.0

In einem Hotelzimmer lauern die meisten Keime auf der Fernbedienung und auf dem Schalter der Nachttischlampe. Deutlich weniger stark kontaminiert sind die Klinke der Badezimmertür oder das Kopfteil des Bettes. Das zeigt eine Studie US-amerikanischer Forscher in Hotels von drei verschiedenen US-Bundesstaaten. Wie viele Krankheitserreger unter den festgestellten Bakterien seien, sei unklar, denn man habe nur die Gesamt-Keimzahl ermittelt. Aber eine hohe Zahl von Bakterien sei ein guter Indikator für eine schlechte Hygiene an solchen Stellen, berichteten sie heute bei der Jahrestagung der American Society for Microbiology in San Francisco.

Viele Bakterien fanden die Wissenschaftler erwartungsgemäß auch im Waschbecken und in der Toilette der Hotelzimmer. Am besorgniserregendsten sei jedoch die hohe Belastung von Utensilien auf den Wagen der Putzkräfte: Dort habe man hohe Keimzahlen auf Schwämmen, Lappen und andere Putzhilfen gefunden, sagen die Forscher. Da diese Utensilien meist in mehreren Räumen eingesetzt würden, könnten darüber Krankheitserreger leicht von einem Hotelzimmer in das nächste weitergetragen werden.

Optisch sauber reicht nicht

„Bisher wird die Sauberkeit eines Hotelzimmers in erster Linie nach dem rein optischen Eindruck beurteilt“, sagt Katie Kirsch von der University of Houston, die die Studienergebnisse auf der Tagung präsentierte. Zudem gebe es in der Branche keine einheitlichen Standards oder Verfahren für die Reinigung von Hotelzimmern. Das erhöhe das Risiko für Hotelgäste. Denn der Kontakt mit kontaminierten Oberflächen sei ein möglicher Übertragungsweg für Krankheiten. Vor allem Menschen mit einem geschwächten Immunsystem seien dadurch gefährdet.

„Das Zimmerpersonal reinigt meist 14 bis 16 Räume in einer Acht-Stunden-Schicht und hat nur rund 30 Minuten für einen Raum“, sagt Kirsch. Daher sei es für sie besonders wichtig zu wissen, welche Objekte in einem Hotelzimmer besonders stark keimbelastet seien. Aufgrund der neuen Informationen könnten die Hotels ihre Reinigungspraktiken entsprechend anpassen und so das potenzielle Gesundheitsrisiko durch die mikrobielle Belastung senken.

Risikostrategie der NASA soll auf Hotels angewendet werden

Die jetzige Studie sei aber erst der Beginn einer ausführlicheren Bestandsaufnahme, betonen die Forscher. Sie steht im Rahmen eines Projekts, bei dem eine ursprünglich von der US-Raumfahrtbehörde NASA entwickelte Test- und Vorbeugestrategie gegen potenzielle biologische, chemische und physikalische Risiken nun auch auf Hotels angewendet werden soll. Im Rahmen dieses Systems werden standardisiert Problempunkte identifiziert und dann entsprechende Maßnahmen eingeleitet.

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Für ihre Tests hatten die Forscher in den US-Bundesstaaten Indiana, North Caroline und Texas Räume in jeweils drei Hotels untersucht. In jedem Hotelzimmer nahmen sie dabei Proben von 19 verschiedenen Oberflächen sowie von den Reinigungswägen der Putzkräfte. Anhand der Proben wurde zunächst nur jeweilige die Gesamtmenge der Bakterien bestimmt, einzelne Erreger identifizierten die Wissenschaftler noch nicht.

(University of Houston, 18.06.2012 – NPO)

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