Todesraten drei Mal höher als in den USA Entwicklungsländer: Herz- Kreislauf- Erkrankungen schon bei Jungen - scinexx | Das Wissensmagazin
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Todesraten drei Mal höher als in den USA

Entwicklungsländer: Herz- Kreislauf- Erkrankungen schon bei Jungen

Arbeiterinnen in Indien © IMSI MasterClips

Herz- und Kreislauferkrankungen sind in den Entwicklungsländern weitaus verbreiteter als bisher angenommen. Während in der westlichen Welt vor allem ältere Menschen betroffen sind, zeigt eine Studie nun, dass in Indien, Südafrika und Brasilien fast drei mal so viele jüngere Menschen an diesen Krankheiten sterben wie in den USA.

Für die Analyse haben Experten des Center for Global Health and Economic Development Daten aus Brasilien, Südafrika, Indien, China und der russischen Republik Tatarstan untersucht. Das Team stellte der geschätzten Gesamtbewohnerzahl der fünf Länder die aktuellen Sterberaten und Daten zur Arbeitskraft gegenüber, um die zukünftigen Auswirkungen von Herz- Kreislauferkrankungen auf die Gesellschaft und die Arbeitskraft zu berechnen.

Basierend auf diesen Zahlen ergaben die Berechnungen, dass mindestens 21 Millionen Jahre zukünftiger Arbeitskraft jährlich verloren gehen könnten. Zusätzlich wird bis 2020 ein Anstieg der Erkrankungen auf 34 Millionen vorhergesagt.

In Indien sterben jährlich fünf Millionen Menschen an Herz- und Kreislauferkrankungen. 28 Prozent dieser Patienten sind unter 65 Jahre alt. Der Anteil bei jüngeren Menschen ist, das ergab die Studie, sogar höher als in den 1950erJahren in Amerika bevor die Präventions- und Behandlungskampagnen begannen. Jeffrey Sachs, der Direktor des Earth Institute der Columbia University warnte, dass 2020 auch in den weniger entwickelten Ländern 500 Millionen Menschen über 65 Jahren leben werden. 2040 werde es eine Milliarde sein. „Diese Menschen sind für Herz- und Kreislauferkrankungen am anfälligsten.“

In Südafrika gehören diese Erkrankungen bereits jetzt zu den dritthäufigsten Krankheits-Ursachen bei Frauen und zu den sechshäufigsten bei Männern.

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Der Wissenschaftler Stephen Leeder erklärte, dass häufig nicht nur eine entsprechende Behandlung nicht verfügbar sei, sondern auch Programme zur Verbesserung des Lebensstils fehlten. Dazu gehören Kampagnen in den Bereichen Ernährung, Sport, Rauchen oder die Einführung der Tabaksteuer.

(Presset Europe, 27.04.2004 – NPO)

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