Neue Technologie erhöht Ausbeute roter Blutkörperchen Blutspenden: Aus Eins mach Zwei - scinexx | Das Wissensmagazin
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Neue Technologie erhöht Ausbeute roter Blutkörperchen

Blutspenden: Aus Eins mach Zwei

Blutspende mit dem ALYX-System © Baxter Deutschland

Eine neue Technologie könnte die Versorgung der Bevölkerung mit roten Blutkörperchen verbessern und Engpässe vermeiden helfen. Das von der Firma Baxter entwickelte und am Institut für Transfusionsmedizin in Suhl getestete ALYX System ermöglicht die Herstellung von zwei Einheiten roter Blutkörperchen aus einer einzigen Blutspende.

Die Erhöhung des Durchschnittalters in der Bevölkerung und neue medizinische Behandlungen tragen dazu bei, dass die Zahl der Operationen und Behandlungen, bei denen Bluttransfusionen nötig sind, ansteigt. Gleichzeitig steigern immer zahlreichere und strengere Auswahlkriterien für Spender die Sicherheit der Blutversorgung, führen jedoch zu einer geringeren Zahl potenzieller Blutspender.

Ergebnis dieser Entwicklung kann Knappheit der Blutvorräte und Verzögerungen bei Behandlungen sein. Automatisierte Blutspendesysteme können den Blutbanken dabei helfen, diese Probleme anzugehen, indem sie von geeigneten Spendern zwei Einheiten roter Blutkörperchen pro

Blutspende gewinnen.

„Da es mit Hilfe der automatisierten Technologie möglich ist, zwei Konserven Erythrozyten von einem einzelnen Spender zu gewinnen, wird der dringend benötigte Vorrat an roten Blutkörperchen erhöht. Gerade Spender, die berufsbedingt selten zur Spende kommen können, sind gefragt. Neue Spender zu gewinnen wird weiterhin entscheidend bleiben, aber die Verwendung automatisierter Systeme verbessert die Möglichkeiten, den steigenden Bedarf an Blut zu decken“, stellt Chefarzt Dr. Gregor A. Fabian, Ärztlicher Geschäftsführer des Instituts für Transfusionsmedizin, Suhl, fest.

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Bisher wurden rote Blutkörperchen in der Suhler Blutspendezentrale hauptsächlich durch manuelle Spendeverfahren gesammelt: Bis zu 85.000 Einheiten roter Blutzellen jährlich. Bei der manuellen Methode wird das Blut nach der Spende in der Präparationsabteilung durch Zentrifugation in seine Komponenten – Plasma sowie rote Blutkörperchen – aufgetrennt. Bei diesen Spendeverfahren wird nur

jeweils eine Konserve roter Blutkörperchen pro Vollblut-Spende gewonnen. Mit neuen automatisierten Technologien zur Gewinnung von roten Blutkörperchen, wie dem ALYX System, werden ausschließlich rote Blutkörperchen gesammelt. Die restlichen Blutbestandteile wie Blutplättchen und Plasma werden dem Spender wieder zurückgegeben.

Ein solcher automatisierter Blutspendeprozess dauert im Durchschnitt nur etwa 25 Minuten. ALYX-Spenderinnen und –Spender sollten über ein ausreichend großes Blutvolumen verfügen, was durch

ein Mindestkörpergewicht von 70 kg bei Frauen und 60 kg bei Männern als Auswahlkriterium gewährleistet ist. In Suhl haben bereits über 210 Spender mit dem ALYX System zwei Einheiten rote Blutkörperchen gespendet.

Die roten Blutkörperchen sind der Bestandteil im Blut, bei dem der höchste Bedarf an Transfusionen besteht: Immer wieder kann es saisonal und regional bedingt zu Versorgungsengpässen kommen –

beispielsweise in der Urlaubszeit. In Deutschland werden jährlich circa 4,5 Millionen Einheiten roter Blutkörperchen für Transfusionen gesammelt. Zu den Patienten, die diese Transfusionen benötigen, gehören Menschen, die sich großen Operationen unterziehen müssen, schwer verletzte Unfallopfer und Patienten, die an bestimmten Krebsarten oder chronischen Anämien leiden.

(Baxter Deutschland, 07.09.2004 – NPO)

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