Infektionsraten steigen in vielen Regionen der Welt weiter an AIDS-Epidemie: Kein Ende in Sicht - scinexx | Das Wissensmagazin
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Infektionsraten steigen in vielen Regionen der Welt weiter an

AIDS-Epidemie: Kein Ende in Sicht

Trotz immer stärkerer Anstrengungen beim Kampf gegen AIDS breitet sich der HI-Virus weltweit nach wie vor dramatisch aus. Dies geht aus dem aktuellen UNAIDS/WHO-Bericht "AIDS Epidemic Update 2006" hervor. Die neuen Zahlen: 39,5 Millionen Menschen leben weltweit mit dem Virus, darunter 17,7 Millionen Frauen und 2,3 Millionen Kinder. 4,3 Millionen Menschen infizierten sich im Jahr 2006 neu mit dem Virus, 2,9 Millionen Menschen starben in diesem Zeitraum an den Folgen von AIDS.

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Laut der deutschen Version der Studie, die die Deutsche AIDS-Stiftung jetzt in Kooperation mit UNAIDS veröffentlicht hat, trägt Afrika südlich der Sahara die Hauptlast der weltweiten HIV-Epidemie. Zwei Drittel aller Erwachsenen und Kinder mit HIV weltweit leben dort, mit einem Epizentrum im südlichen Afrika.

Frauen gehören vor allem in dieser Region, aber auch weltweit zu den besonders verletzlichen Gruppen und tragen einen unverhältnismäßig hohen Anteil der AIDS-Last. Auf jeweils zehn erwachsene Männer mit dem HI-Virus kommen in Afrika südlich der Sahara kommen ungefähr 14 infizierte erwachsene Frauen. Über alle Altersgruppen hinweggesehen, sind dort 59 Prozent der HIV-infizierten Menschen Frauen, so der Bericht weiter. Sie infizieren sich mit höherer Wahrscheinlichkeit, sie sind aber auch diejenigen, die in den meisten Fällen Menschen mit HIV-Infektionen betreuen. In vielen Ländern steigen auch die Infektionsraten bei schwangeren Frauen.

Dramatische Entwicklung stoppen

Um diese dramatische Entwicklung zu stoppen, müssen laut der Deutschen AIDS-Stiftung zahlreiche Maßnahmen ergriffen werden. "Dabei ist das Engagement der Regierungen der betroffenen Länder ganz entscheidend", betonte Dr. Ulrich Heide, Geschäftsführender Vorstand der Deutschen AIDS-Stiftung, bei der Vorstellung des "AIDS Epidemic Update 2006" in Berlin. "Die Tabuisierung des Themas AIDS und die Ausgrenzung betroffener Menschen verhindern einen wirksamen Kampf gegen die weitere Ausbreitung des Virus."

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Präventionsmaßnahmen könnten nur funktionieren, wenn ein Klima der Offenheit herrsche. Das Beispiel Deutschland mit einer der niedrigsten Prävalenzraten weltweit habe gezeigt, dass Prävention und Aufklärung funktionieren können. Langfristig könne die weltweite AIDS-Epidemie jedoch nur durch die Entwicklung neuer Präventionstechnologien wie Mikrobizide und Impfstoffe aufgehalten werden, so Heide.

UNAIDS unterstreicht in seinem Bericht, dass der künftige Verlauf der weltweiten Epidemie stark von den Verhaltensweisen der jungen Menschen abhänge. Daher sind Aufklärungs- und Präventionsprojekte, vor allem für besonders verletzliche Gruppen, nach wie vor von besonderer Bedeutung. Gleichzeitig muss der Zugang zu medizinischer Therapie verbessert werden. Damit Behandlung und Pflege auch gewährleistet sind, muss die medizinische Infrastruktur ausgebaut werden. In Afrika beispielsweise werden dringend medizinische Fachkräfte benötigt. Das bedeutet, dass keine Ärzte und Krankenschwestern aus Afrika abgeworben werden dürfen. Viele von ihnen wollen in der Heimat bleiben, wenn sie eine angemessene Bezahlung erhalten, so die Deutsche AIDS-Stiftung.

Besserer Schutz für Frauen

Nach Ansicht von Bundesentwicklungsministerin Heidemarie Wieczorek-Zeul muss der Schutz von Frauen und Mädchen im Kampf gegen HIV/AIDS eine größere Rolle spielen. "Der diesjährige Bericht von UNAIDS bestätigt, dass inzwischen fast die Hälfte der infizierten Menschen weltweit Frauen sind, vor zehn Jahren waren es nur zwölf Prozent", sagte die Ministerin.

Mädchen und Frauen seien durch Diskriminierung und Gewalt in besonderer Weise von Infektion und Krankheit bedroht. Deshalb wolle die Bundesregierung bei der G8- und EU-Ratspräsidentschaft das Thema AIDS hochrangig auf die Tagesordnung setzen und die besondere Unterstützung der Frauen dabei betonen. Hoffnung mache die Entwicklung von Mikrobiziden, die Frauen einen eigenverantwortlichen Schutz vor HIV/AIDS ermöglichen könnten.

(Deutsche AIDS-Stiftung, 22.11.2006 – DLO)

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