Zeitplan für eine Rückkehr von NASA-Astronauten zum Mond wird beschleunigt USA: Mondlandung schon 2024 - scinexx | Das Wissensmagazin
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Zeitplan für eine Rückkehr von NASA-Astronauten zum Mond wird beschleunigt

USA: Mondlandung schon 2024

Mondbasis
Rückkehr zum Mond: Die NASA will schon 2024 wieder Astronauten auf dem Mond landen – so der gestraffte Zeitplan. © NASA

Countdown läuft: Schon in fünf Jahren sollen wieder US-Astronauten auf dem Mond herumspazieren – das haben nun US-Vizepräsident Mike Pence und NASA-Administrator Jim Bridenstine angekündigt. Demnach soll im Jahr 2022 eine erste bemannte Mission den Mond umfliegen, 2024 soll eine Landung von US-Astronauten am lunaren Südpol erfolgen. Der Erdtrabant könnte damit erstmals wieder menschlichen Besuch bekommen.

Auch wenn die erste Mondlandung schon fast 50 Jahre zurückliegt – bisher haben erst zwölf Menschen den Erdtrabanten betreten. Denn jahrzehntelang galt der Mond als zu uninteressant und nicht lohnend genug für eine weitere bemannte Erkundung oder sogar eine Mondstation. Inzwischen jedoch ist die Stimmung umgeschlagen. NASA, ESA und auch private Unternehmen wollen zurück zum Mond und planen Mondumrundungen, Stationen in der lunaren Umlaufbahn und auf der Oberfläche.

Mike Pence
US-Vizepräsident Mike Pence beim National Space Council in Huntsville. © NASA

„Wir sind heute wieder in einem Wettlauf ins All“

Die NASA kündigte schon im letzten Jahr an, in den 2020er Jahren einen lunaren „Gateway“ im Mondorbit errichten zu wollen. Jetzt haben US-Vizepräsident Mike Pence und NASA-Administrator den Zeitplan für die US-Rückkehr zum Mond konkretisiert – und deutlich gerafft. Bei einem Treffen des National Space Council in Huntsville erklärte Pence, dass schon in fünf Jahren erste US-Astronauten wieder auf dem Mond landen sollen.

Geplant ist eine erste bemannte Mission zum Mond im Jahr 2022 und eine Landung im Gebiet des lunaren Südpols im Jahr 2024, so Bridenstine. „Um es unmissverständlich zu sagen: Wir sind heute wieder in einem Wettlauf ins All, genau wie in den 1960ern – und der Einsatz ist sogar noch höher“, betonte Pence. Diesmal gehe es nicht nur darum, zum Mond zu fliegen, sondern darum, den Standort und seine Ressourcen zu nutzen, um dann auch Flüge zum Mars möglich zu machen.

Probleme mit dem Space Launch System

Dieser Zeitplan ist extrem ehrgeizig – um es vorsichtig auszudrücken. Denn bisher hat die NASA keine Rakete, die stark genug wäre, um ein Raumschiff zum Mond zu bringen. Das Space Launch System (SLS) hat zwar schon 18 Jahre der Entwicklung und einige Tests ihrer Triebwerke hinter sich, geflogen ist die Rakete jedoch nicht. Pence kritisierte in seiner Rede die langsamen Fortschritte und die „bürokratische Trägheit“ der NASA. „Das ist einfach nicht gut genug“, so Pence.

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Der US-Vizepräsident forderte in klaren Worten, das SLA-Programm drastisch zu beschleunigen – mit allen Mitteln. „Wenn unsere aktuellen Auftragnehmer dieses Ziel nicht erreichen können, dann werden wir welche finden, die das schaffen“, so Pence. „Wenn die US-Industrie entscheidende kommerzielle Dienste leisten kann, dann kaufen wir diese eben. Und wenn kommerzielle Raketen der einzige Weg sind um US-Astronauten in den nächsten fünf Jahren zum Mond zu bringen, dann werden es eben kommerzielle Raketen.“

„Die NASA muss sich wandeln“

Was dann folgte, war fast schon eine Drohung: „Wenn die NASA nicht imstande ist, US-Astronauten in fünf Jahren auf dem Mond zu landen, dann müssen wir die Organisation ändern, nicht die Mission“, so Pence. „Die NASA muss sich in eine schlankere, verantwortlichere und agilere Organisation transformieren.“ Dabei gehe es jedoch nicht darum, unnötige Risiken einzugehen, betonte der US-Vizepräsident. „Wir fordern stattdessen jeden in der US-Raumfahrt dazu heraus, größer zu denken, intelligenter zu scheitern und härter zu arbeiten als je zuvor“,

Die Reaktion der NASA folgte prompt: Administrator Jim Bridenstine konterte: „Ich versichere dem Vizepräsidenten, dass die Leute der NASA dieser Herausforderung gewachsen sind. Wir werden in den nächsten Tagen und Wochen Maßnahmen einleiten, um die Ziele zu erreichen.“ Konkret soll eine neue Abteilung gebildet werden, die die Planung und Ausführung der Vorbereitungen zur Mondmission kontrolliert.

Erste unbemannte Mondumrundung bis 2020

Gleichzeitig jedoch hält die NASA am SLS und dem für die bemannte Flüge gedachte Orion-Raumschiff für die Mondmissionen fest. „Zwar würden einige der kommerziellen Vehikel funktionieren, mit keinem jedoch könnten wie die geplante Mondumrundung der Exploration Mission-1 in unserem Zeitplan und mit unserem Budget schaffen“, so Bridenstine. „Diese Analyse hat uns darin bestärkt, weiter auf das SLS zu setzen.“

Den neuen Plänen nach will die NSA alles daransetzen, den geplanten Starttermin im Jahr 2020 für die erste, noch unbemannte Mondumrundung mit dem SLS und der Orionkapsel einzuhalten. 2021 soll dann der erste Transport eines Bauteils für den lunar Gateway folgen. „Das bringt uns zurück zu unserem Zeitplan einer ersten bemannten Mission in den Mondorbit im Jahr 2022, so Bridenstine.

Quelle: NASA, Whitehouse.gov

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