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US-Teleskope entgehen knapp einem Waldbrand

Feuer zerstört vier Gebäude des Kitt Peak National Observatory, Teleskope blieben verschont

Kitt Peak National Observatory
Blick auf den Südwestteil des Kitt Peak National Observatory am 18. Juni 2022, nachdem ein Waldbrand über das Gelände hinweggezogen war. © KPNO/NOIRLab/NSF/AURA

Es war knapp: Am Wochenende hätte ein Waldbrand fast eines der größten astronomischen Observatorien in den USA zerstört – das 20 optische Teleskope umfassende Kitt Peak National Observatory in Arizona. Das Feuer zerstörte vier Gebäude auf dem Gelände und beschädigte die Zufahrtsstraße. Der Feuerwahr ist es jedoch bisher gelungen, die Teleskope zu schützen. Allerdings sei die Gefahr noch nicht gebannt, wie die National Science Foundation mitteilte.

Das Kitt Peak National Observatory ist ein weltweit bedeutendes astronomisches Zentrum. Dort stehen eines der größten Sonnenteleskope der Welt sowie zwei Teleskope des Spacewatch-Projekts, das den Himmel nach potenziell gefährlichen Asteroiden und Kometen absucht. Weltweit einmalig ist zudem das Dark Energy Spectroscopic Instrument (DESI) am Mayall Telescope des Observatoriums, dessen Daten die Natur der Dunklen Energie klären helfen sollen und mit dem Astronomen erst kürzlich die umfangreichste und detaillierteste Galaxienkarte des Kosmos erstellt haben. Auch ein Radioteleskop des Very Large Array ist dort stationiert.

Waldbrand umzingelt Observatorium

Umso bedrohlicher ist der aktuelle Waldbrand. Das Contreras-Feuer war am 11. Juni 2022 durch einen Blitzeinschlag auf einem entlegenen Bergkamm südlich des 2.098 Meter hohen Kitt Peak ausgebrochen. Wegen des zerklüfteten Terrains war es für die Feuerwehr schwer, den Brand zu erreichen und einzudämmen. Durch starke Winde angefacht, breitete sich das Feuer rasch über mehr als 7.000 Hektar Fläche aus.

Am 17. Juni erreichte das Feuer den Kipp Peak und den Bergkamm, auf dem sich unter anderem die Radioteleskope und mehrere optische Teleskope des Observatoriums befinden. Weil auch die Zufahrtsstraße zum Berggipfel von Feuer blockiert und beschädigt war, bekämpfte die Feuerwehr die Flammen primär von der Luft aus und versuchte, die Flammen von den wertvollen Teleskopen fernzuhalten. Dennoch breitete sich das Feuer über fast die gesamte Anlage aus. Astronomen und restliches Personal waren schon zuvor evakuiert worden.

Vier Gebäude zerstört, aber keine Teleskope

Wie jetzt das für den Betrieb des Observatoriums zuständige National Optical-Infrared Astronomy Research Laboratory (NOIRLab) mitteilt, gelang es der Feuerwehr, die Teleskope und astronomischen Instrumente vor der Zerstörung zu bewahren. „Die astronomischen Anlagen und Instrumente scheinen noch intakt zu sein, aber eine Bestandsaufnahme der Schäden an der Ausrüstung kann erst beginnen, wenn wieder ein sicherer Zugang zum Gelände möglich ist“, so das NOIRLab.

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So traf das Feuer das Kitt Peak National Observatory .© Bureau of Land Management / KPNO

Allerdings wurden bei dem Waldbrand vier nicht-astronomische Gebäude durch das Feuer zerstört, darunter auch Unterkünfte für Wissenschaftler. Zudem ist das Feuer noch nicht gelöscht, sondern nur zu 40 Prozent unter Kontrolle. Auch die Bereiche rund um das Sonnenteleskop und das 3,5-Meter Teleskop sind noch aktive Brandzonen. Dennoch sind die Astronomen optimistisch: „Wir sind zwar noch nicht außer Gefahr, aber die Situation verbessert sich“, heißt es.

Quelle: National Optical-Infrared Astronomy Research Laboratory (NOIRLab)

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