Forscher finden keine künstlichen Radiosignale in der Umgebung des Sterns SETI: Keine Aliens um den Stern KIC 8462852 - scinexx | Das Wissensmagazin
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Forscher finden keine künstlichen Radiosignale in der Umgebung des Sterns

SETI: Keine Aliens um den Stern KIC 8462852

Mit den 42 Antennen des Allen Telescope Array suchten die SETI-forscher nach Signalen vom STern KIC 8462852. © Seth Shostak/ SETI Institute

Keine Lebenszeichen von Aliens: Die seltsam unregelmäßigen Abschattungen des Sterns KIC 8462852 haben wohl doch eine natürliche Ursache. Denn ein „Lauschangriff“ des SETI-Instituts auf diesen Stern hat keinerlei verdächtige Radiosignale gefunden. Dies spricht gegen die Hypothese, dass die unregelmäßigen Schatten von großen Raumstationen einer fortgeschrittenen Alien-Zivilisation erzeugt werden, so die Forscher.

Im Oktober 2015 sorgte der Stern KIC 8462852 weltweit für Aufsehen. Denn bei der Beobachtung des rund 1.450 Lichtjahre von uns entfernten, sonnenähnlichen Sterns stießen Astronomen auf etwas Ungewöhnliches: Das Licht des Sterns wurde immer wieder um rund 20 Prozent abgedimmt – aber nicht regelmäßig, wie bei einem kreisenden Planeten zu erwarten, sondern unregelmäßig. Irgendetwas musste demnach in einer unregelmäßigen Verteilung vor dem Stern vorüberwandern – aber was?

Kometenklumpen oder doch Alien-Bauwerke?

Die Astronomen favorisierten für dieses Phänomen eine eher prosaische Erklärung: Ein Komet könnte im Orbit des Stern zerbrochen sein und seine Trümmer und Staubklumpen schlucken nun in unregelmäßigen Abständen das Licht des Sterns. In vielen Medien allerdings wurde über eine sehr viel sensationellere Erklärung spekuliert: Vielleicht stammen die unregelmäßigen Abschattungen von großen Raumstationen und anderen Bauten einer fremden Zivilisation.

Das SETI-institut hat diese Spekulationen zum Anlass genommen, mit dem Allen Telescope Array nach Radiosignalen vom Stern KIC 8462852 zu lauschen. Dafür richteten sie die 42 sechs Meter großen Radioantennen dieses Arrays in den kalifornischen Cascade Mountains für zwei Wochen gezielt auf den Stern.

Große Raumstationen könnten theoretisch auch die Abschattung erklären © Daneel/ thinkstock

Suche in zwei Bereichen

Die Astronomen suchten dabei nach zwei verschiedenen Signaltypen: Radiowellen im Bereich ein Hertz, wie diese als die wahrscheinlichsten „Hallo“-Signale außerirdischer Zivilisationen gelten. Und nach Breitbandsignalen, wie sie beispielsweise als Nebeneffekt von fortschrittlichen Raumschiffsantrieben entstehen könnten.

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„Wenn die Abschattung um dem Stern durch künstliche Megastrukturen hervorgerufen wird, dann könnte es Mikrowellen-getrieben Raumschiffe geben, die diese Strukturen versorgen – und sie würden sich unabsichtlich durch ein solches Breitbandsignal verraten“, erklären Gerry Harp vom SETI-Institut und seine Kollegen.

Keine verdächtigen Signale

Das Ergebnis: Trotz intensiver Suche konnte die Astronomen keinerlei verräterische Radiosignale vom Stern KIC 8462852 entdecken. Weder im Breitband-Spektrum noch im Bereich um ein Hertz ließen sich ungewöhnliche Radioemissionen feststellen. Nach Ansicht der Forscher spricht dies eher dagegen, dass es bei diesem Stern tatsächlich eine fortgeschrittene Alien-Zivilisation gibt. Denn trotz der großen Entfernung müssten Radiosignale bei uns ankommen, wenn diese genügend energiereiche Transmitter besitzen.

„Jede Gesellschaft, die dazu fähig ist, einen Schwarm von Dyson-Sphären zu konstruieren, wäre technisch in der Lage, den Stern als Energiequelle zu nutzen „, meinen Harp und seine Kollegen. Selbst wenn diese Aliens nur einen kleinen Bruchteil dieser Energie für Transmitter nutzen würden, müsste man diese von uns aus registrieren.

„In der Geschichte der Astronomie lagen wir bisher jedes Mal falsch, wenn wir geglaubt haben, Hinweise auf Außerirdische zu finden“, sagt SETI-Institutsleiter Seth Shostak. „Aber auch wenn es sehr wahrscheinlich ist, dass das selbstsame Verhalten dieses Sterns auf die Natur und nicht Aliens zurückgeht, war es sinnvoll, dies zu überprüfen.“ ( arXiv:1511.01606)

(SETI Institute, 09.11.2015 – NPO)

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