Totale Mondfinsternis in der Nacht von Samstag auf Sonntag Roter Mond über Mitteleuropa - scinexx | Das Wissensmagazin
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Totale Mondfinsternis in der Nacht von Samstag auf Sonntag

Roter Mond über Mitteleuropa

Phasen der Mondfinsternis. © Nadja Podbregar

In der Nacht von Samstag auf Sonntag ist es wieder soweit: Die Erde schiebt sich zwischen Mond und Sonne und verfinstert unseren Trabanten: eine totale Mondfinsternis. Der blutrote Mond ist von fast allen Teilen der „alten Welt“ aus zu beobachten, den Sitz in der „ersten Reihe“ haben jedoch vor allem wir Europäer.

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Nur zweimal im Jahr besteht die Chance für eine totale Mondfinsternis, denn dies ist nur möglich, wenn der Mond die Ebene der Erdbahn kreuzt und so in Reichweite des Erdschattens gerät. Dann, bei Vollmond, stehen Erde, Mond und Sonne so in einer Linie, dass der Schatten der Erde das Sonnenlicht für den Mond blockiert. Da die Atmosphäre der Erde die Sonnenstrahlen streut und ablenkt, ist der Mond bei einer Mondfinsternis jedoch nicht komplett dunkel, sondern schimmert rötlich.

In der Nacht zum Sonntag beginnt die erste Phase der Mondfinsternis, das Eintreten des Mondes in den Halbschatten der Erde, bereits um 21.16 Uhr mitteleuropäischer Zeit (MEZ). Es vergeht allerdings noch gut eine halbe Stunde, bis die extrem leichte Beschattung des Erdtrabanten auch von uns aus sichtbar wird. Gegen 22.33 Uhr wird es dann ernst: Der Mond tritt in den Kernschatten ein, jetzt beginnt sich sein Rand rötlich zu verfärben. Nach und nach „frisst“ sich der Erdschatten immer weiter über die Mondoberfläche vor, immer mehr Krater und Ebenen versinken in der blutroten Finsternis.

Um 23.40 Uhr ist es dann soweit: Der gesamte Mond ist im Kernschatten und damit komplett verfinstert. Er steht um diese Zeit relativ hoch am Himmel, in südlichen Teil des Sternbilds Löwe und rund 40 Grad über dem Horizont. Wenn das Wetter mitspielt, ist er daher gut zu sehen. Da sich unser Trabant nicht mittig durch den Erdschatten bewegt, sondern durch den nördlichen Teil, wird seine südliche Hälfte während der Totalität dunkler sein als die nördliche.

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Immerhin knapp 80 Minuten – relativ lang für eine Mondfinsternis – wird die Totalität anhalten und für ein beeindruckendes Himmelsschauspiel sorgen. Erst um 00.58 Uhr endet die Phase der Finsternis, der Mond tritt jetzt langsam wieder aus dem Kernschatten aus. Die anfangs noch sehr schmale helle Sichel wächst und gegen 02.12 Uhr ist der Erdtrabant vollständig aus dem Kernschatten ausgetreten.

Die Finsternis wird in Europa, Afrika und Westasien sichtbar sein. In Ostasien bietet der Mond ein besonderes Schauspiel: Denn er verfinstert sich genau während seines Untergangs – als blutrote Scheibe wird er dort hinter dem Horizont versinken. Weniger Glück haben Beobachter in Australien: Bei ihnen geht der Mond unter, bevor die Totalität einsetzt, umgekehrt sehen die Bewohner der Ostküste der USA und Südamerikas den Mond in der Halbschattenphase aufgehen.

(NASA, 01.03.2007 – NPO)

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