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Verfinsterte Sonne

Ringförmige Sonnenfinsternis in der Arktis, partielle Eklipse bei uns

Annuläre Eklipse
So spektakulär kann eine ringförmige Sonnenfinsternis bei tiefstehender Sonne aussehen – hier am 20. Mai 2012 im Süden der USA fotografiert. © ssucsy/ Getty images

Himmelsschauspiel: Heute Mittag ereignet sich eine Sonnenfinsternis – der Mond schiebt sich vor die Sonne. Bei uns in Deutschland ist diese Verdunklung nur partiell, je nach Standort sind bis zu 20 Prozent der Sonnenscheibe bedeckt. In der Arktis von Nordamerika über den Nordpol bis nach Sibirien ist hingegen ein ringförmige Sonnenfinsternis zu bestaunen. Dort bleibt von der Sonne nur ein gleißend heller Ring übrig.

Eine Sonnenfinsternis ereignet sich immer dann, wenn der Mond direkt vor der Sonne vorbeizieht. Dort, wo sein Kernschatten auf die Erdoberfläche trifft, scheint er die helle Sonnenscheibe zu verdecken. Möglich ist dies durch einen kosmischen Zufall: Der Mond ist rund 400-mal kleiner als die Sonne, gleichzeitig ist er uns aber auch rund 400-mal näher. Dadurch erscheinen uns beide Himmelskörper am Himmel nahezu gleichgroß.

Sonnenfinsternis
Von der Entfernung des Mondes zur Erde hängt es ab, ob aus einer totalen Sonnenfinsternis eine ringförmige wird. © Sky & Telescope

Aber nicht immer deckt der dunkle Mond die gesamte Sonnenscheibe ab: Bewegt sich der Mond gerade durch den erdfernen Teil seiner elliptischen Umlaufbahn, reicht seine scheinbare Größe nicht aus, um eine totale Sonnenfinsternis zu verursachen. Stattdessen bleibt ein heller Lichtring sichtbar – man sieht eine der seltenen ringförmigen oder annulären Eklipsen. Schon im Altertum sorgte dieser spektakuläre Anblick für Staunen und gab möglicherweise den Anstoß für eine biblische Geschichte.

Lichtring über der Arktis

Eine solche ringförmige Sonnenfinsternis ereignet sich auch heute Mittag. Für Beobachter in einem Streifen von Nordamerika über den Nordpol bis Sibirien wird der Mond dabei rund 89 Prozent der Sonnenscheibe verdecken, so dass ein gut sichtbarer heller Lichtring stehen bleibt. Das Tageslicht wird sich währenddessen leicht abdimmen. Diese Phase der Annularität hält je nach Standort zwischen drei und knapp vier Minuten an.

Vom Norden der USA und Kanada aus gesehen ereignet sich die Eklipse direkt bei Sonnenaufgang. Die Menschen dort können den spektakulären Anblick einer schon als Sichel oder Ring aufgehenden Sonne genießen.

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Bis zu 20 Prozent Bedeckung bei uns

Bei uns in Deutschland können wir immerhin eine partielle Sonnenfinsternis sehen. Sie macht sich zwar nicht durch eine Verdunklung des Tageslichts bemerkbar. Aber die Sonnenscheibe wird dabei zumindest zu einem kleinen Teil verdeckt. Etwa ab 11:30 unserer Zeit beginnt sich der Mond über den oberen Sonnenrand zu schieben, gegen 12:30 ist der Höhepunkt der Verfinsterung erreicht. Ab dann nimmt der Mondschatten wieder ab und gegen 13:30 Uhr ist das Himmelsschauspiel beendet.

Wie stark die Verdunklung der Sonne ausfällt, hängt vom Beobachtungsstandort ab: Je weiter nördlich, desto größer ist der verdeckte Anteil der Sonne. In Süddeutschland werden auf dem Höhepunkt der Finsternis gut sechs Prozent der Sonnenscheibe verdeckt sein, in Hamburg immerhin gut 17 Prozent und an der Nordspitze von Sylt sogar mehr als 21 Prozent.

Wie kann ich die partielle Finsternis beobachten?

Wichtig: Niemals mit ungeschützten Augen in die Sonne schauen! Trifft die Strahlung direkt auf unsere Augen, kann sie die Hornhaut und Netzhaut schädigen – schon ein kurzer Blick kann dafür ausreichen. Wer die Sonnenfinsternis ungefährdet anschauen möchte, nutzt am besten eine spezielle Sonnenfinsternisbrille. Normale Sonnenbrillen sind dagegen kein ausreichender Schutz.

Alternativ kann man ein kleines Loch in ein Stück Pappe bohren und das Sonnenlicht dadurch auf ein Blatt Papier oder eine andere glatte Fläche fallen lassen. In der Projektion erkennt man dann gut, dass am oberen Sonnenrand ein Stückchen zu fehlen scheint. Noch deutlicher wird das Bild, wenn man einen Spiegel bis auf ein winziges Loch verklebt. Richtet man das reflektierte Licht dieser winzigen freien Stelle auf ein Blatt Papier, erscheint dort ebenfalls ein Abbild der Sonne.

Quelle: Royal Astronomical Society, Sky & Telescope

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