Cassini-Sonde enthüllt Struktur von der Größe des Kaspischen Meeres Riesen-See auf Saturnmond Titan - scinexx | Das Wissensmagazin
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Cassini-Sonde enthüllt Struktur von der Größe des Kaspischen Meeres

Riesen-See auf Saturnmond Titan

Riesiger See auf dem Titan. © NASA/JPL/GSFC

Die NASA-Sonde Cassini hat im hohen Norden des Saturnmonds Titan mehrere riesige, möglicherweise mit flüssigem Methan oder Ethan gefüllte Seen entdeckt. Damit sind zum ersten Mal auch größere Strukturen dieser Art nachgewiesen worden. Einer dieser Seen ist fast so groß wie das Kaspische Meer.

“Wir haben lange über Meere auf dem Titan spekuliert und jetzt dank der Instrumente einen ersten Hinweis auf Seen gefunden, die alle bisher entdeckten zu Zwergen machen“, erklärt Jonathan Lunine von der Universität von Arizona in Tucson. Das Radarinstrument von Cassini zeigte nahe dem Nordpol des Saturnmonds mehrere dunkle Strukturen. Eine davon umfasst mindestens 60.000 Quadratkilometer. Da jedoch die Aufnahmen nur einen Teil dieser Seen erfassten, könnte sie sogar noch größer sein als bisher bekannt.

Die Kameras der Cassini-Sonde haben zusätzlich zu den Radaraufnahmen einige dieser Strukturen auch im sichtbaren Bereich erfasst. Eine der Aufnahmen zeigt einen Teil eines möglicherweise noch weitaus größeren Sees. Allein der abgebildete Teil misst bereits knapp 1.000 Kilometer in der Länge. Wenn die ganze dunkle Fläche flüssigkeitsgefüllt wäre, hätte sie fast die Größe des Kaspischen Meeres.

Mix aus Methan und Ethan

Obwohl es noch keinen definitiven Nachweis dafür gibt, ob diese Seen flüssig sind, deuten ihre sanfte Form und die dunkle Farbe im Radarbild, die auf eine sehr glatte Oberfläche hinweist, sowie andere Parameter dies an. Die Flüssigkeit ist nach Ansicht der Forscher wahrscheinlich eine Kombination von Methan und Ethan, was nahe liegt, da Wolken aus diesen beiden Kohlenwasserstoffen bereits in der Atmosphäre des Titan nachgewiesen worden sind.

Die Präsenz dieser Seen bestätigt die bisherigen Annahmen, dass die Oberfläche des Titan für Nachschub des Methans in der Atmosphäre sorgen muss. Schon vor Jahren postulierten die Wissenschaftler daher die Existenz eines oder mehrerer Ozeane aus Methan auf dem Saturnmond. Die jetzigen Aufnahmen enthüllen zum ersten Mal Oberflächenstrukturen, die diesen Vermutungen zumindest nahe kommen. Beim nächsten nahen Vorbeiflug der Saturnsonde im Mai wollen die Planetenforscher die Seenregion noch genauer erforschen. Alle Instrumente werden dann schon im Vorfeld auf diesen Bereich ausgerichtet sein.

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(NASA/JPL, 15.03.2007 – NPO)

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