Falschfarben-Bild unterstreicht geologische Vielfalt des Zwergplaneten Psychedelischer Pluto - scinexx | Das Wissensmagazin
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Falschfarben-Bild unterstreicht geologische Vielfalt des Zwergplaneten

Psychedelischer Pluto

Der westliche Teil des "Herzens" auf Pluto ist hier nicht nur sehr "unbunt", diese junge Ebene weist auch keinen einzigen Krater auf. © NASA/JHUAPL/SwRI

Knallbunte Kugel: Die NASA-Raumsonde New Horizons hat ein neues Bild des Pluto geschickt, das den Zwergplaneten in ganz neuem Licht zeigt. Denn die Aufnahme zeigt seine Oberfläche in Falschfarben und unterstreicht so, wie geologisch vielfältig das Terrain des Pluto ist. So ist der westliche Teil seines auffallenden „Herzens“ nach geologischen Maßstäben erst gestern entstanden: Diese Ebene ist gerade einmal zehn Millionen Jahre alt.

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Eisvulkane, fließende Gletscher und ein blauer Himmel: Pluto ist immer für eine Überraschung gut. Der Zwergplanet hat sich seit dem Besuch durch die Raumsonde New Horizons als erstaunlich vielseitig entpuppt – von totem Eisball keine Spur.

Farbige Vielfalt

Jetzt haben Forscher auf dem aktuellen Meeting der American Astronomical Society (AAS) die neueste Aufnahme der New Horizons vorgestellt. Es handelt sich um ein Falschfarbenbild, dessen Farbenspiel die chemische Zusammensetzung der Oberfläche des Pluto widerspiegelt. Erstellt hat die Raumsonde diese Aufnahme bei ihrem Vorbeiflug am 14. Juli aus einer Entfernung von 35.000 Kilometern vom Zwergplaneten.

In dieser Falschfarben-Aufnahme wurden subtile Unterschiede im Spektrum des eingefangenen Lichts in klar voneinander abgesetzte Farben umgewandelt. Dies lässt die geologischen und chemischen Unterschiede der verschiedenen Eisoberflächen des Pluto besser erkennen. Erst vor kurzem hatten Forscher noch einmal bestätigt, dass die Oberfläche des Zwergplaneten ein wahres Mosaik aus jungen, mittelalten und urzeitlichen Landschaftsformen ist.

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Blutjunges Herz

Auffallend „unbunt“ in dieser Aufnahme ist das Herz des Zwergplaneten. Erst kürzlich bestätigten Messungen, dass Sputnik Planum, der westliche Teil dieser Region, nicht einen einzigen Einschlagskrater aufweist. Forscher schätzen daher, dass diese Ebene nicht älter als zehn Millionen Jahre sein kann. „Sie wurde sozusagen erst gestern geboren“, sagt Missionsleiter Alan Stern vom Southwest Research Institute (SWRI).

„Es ist schwer vorstellbar, wie schnell sich unsere Sicht des Pluto und seiner Monde gewandelt hat, seitdem jede Woche neue Daten von der Raumsonde zu uns gelangen“, sagt Stern. „Während eine Entdeckung die andere jagt, wird Pluto allmählich zu einem Star im Sonnensystem.“

Obwohl die Raumsonde New Horizons noch immer nach und nach die beim Vorbeiflug gesammelten Daten zur Erde schickt, ist sie bereits zu einem neuen Ziel unterwegs. Sie soll in rund drei Jahren an dem 2014 MU69 getauften Kuipergürtel-Objekt vorbeifliegen. Dieser nur 30 bis 45 Kilometer kleine Brocken ist einer der unzähligen eisigen Himmelskörper, die in diesem Außenbereich des Sonnensystems kreisen und die als mögliche Überbleibsel aus dessen Frühzeit gelten.

(NASA, 17.11.2015 – NPO)

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