Neue Vermessung durch New Horizons korrigiert Größe des Zwergplaneten nach oben Pluto ist der Größte - scinexx | Das Wissensmagazin
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Neue Vermessung durch New Horizons korrigiert Größe des Zwergplaneten nach oben

Pluto ist der Größte

Das aktuellste Bild von Pluto und seinem Mond Charon © NASA-JHUAPL-SWRI

Jetzt ist es amtlich: Pluto ist größer als Eris und damit unangefochten das größte bekannte Objekt im Kuipergürtel. Das bestätigt eine neue Messung der NASA-Sonde New Horizons, die den Durchmesser des Zwergplaneten auf 2.370 Kilometer festlegt. Die Sonde wird heute den Pluto erreichen und soll bei ihrem Vorbeiflug neue Informationen über den Zwergplaneten liefern.

Wie groß Pluto wirklich ist, darüber streiten Astronomen und Planetenforscher schon seit seiner Entdeckung. Wegen seiner großen Helligkeit hielt man ihn zunächst sogar für erdgroß, dann korrigierte man seinen Durchmesser immer weiter nach unten bis auf rund 2.300 Kilometer. Die Größe genau zu messen, blieb aber selbst mit dem Weltraumteleskop Hubble schwierig, weil seine Atmosphäre das genaue Maß verschleiert.

Als dann Mike Brown im Jahr 2005 den Zwergplaneten Eris im Kuipergürtel entdeckte, wurde dies Pluto zum Verhängnis. Denn Eris war 30 Prozent massereicher und mit 2.326 Kilometern Durchmesser größer als er und alle anderen Objekte im Kuipergürtel – so dachte man jedenfalls. Als Folge wurde Pluto vom Planeten zum bloßen Zwergplaneten degradiert.

Eris entthront

Doch neueste Daten der NASA-Sonde New Horizons rehabilitiert nun den Pluto zumindest in Bezug auf seine Größe: Der Zwergplanet hat ihren Messungen nach einen Durchmesser von 2.370 Kilometern – und ist damit doch größer als Eris. „Die Größe des Pluto ist seit seiner Entdeckung 1930 umstritten“, sagt Bill McKinnon von der Washington University in St. Louis. „Wir sind froh, diese Frage nun endlich klären zu können.“

Plutos "Konkurrentin" Eris (Illustration) © NASA, ESA, and A. Schaller (for STScI)

Damit ist Eris als „Königin“ der Kuipergürtel-Objekte entthront und Pluto übernimmt die Rolle als Größter unter den eisigen Zwergen dieses Außenbezirks unseres Sonnensystems. Aber: Sie bleibt die schwerste, denn ihre Masse ist rund 30 Prozent höher als die des Pluto. „Die meisten Forscher kümmern sich ohnehin mehr um die Masse als die Größe“, sagt Brown, der wegen seiner Eris-Entdeckung auch als „Plutokiller“ gilt. „Es freut mich, dass Pluto als der Größere jetzt wenigstens ein bisschen Ruhm abbekommt.“

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Mehr Eis im Inneren

Die neue Größe liefert auch neue Informationen über die Zusammensetzung des Zwergplaneten. Denn weil seine Masse gleichbleibt, könnte Pluto etwas weniger dicht sein als zunächst angenommen. Er enthält damit vermutlich etwas mehr Eis in seinem Inneren als gedacht. Dennoch ist er mit einer Dichte von rund zwei Gramm pro Kubikzentimeter noch immer dichter als viele der kleineren Objekte im Kuipergürtel.

Diese Daten könnte gut zur Theorie passen, dass Pluto und Charon in der Frühzeit des Sonnensystems eine heftige Kollision erlebten. Diese könnte einen Teil von Plutos Eishülle weggerissen haben und damit seinen Gesteinsanteil erhöht haben. Die neuen Messungen von New Horizons zeigen außerdem, dass die unterste Schicht der Pluto- Atmosphäre, die Troposphäre, offenbar ist dünner als gedacht.

Eis auf Nix und Hydra

Die New Horizons-Sonde hat auch zwei der vier kleinen Monde des Pluto genauer ins Visier genommen. Mit Hilfe der LORRI-Kamera gelang es, die Größe von Nix und Hydra ebenfalls genauer einzugrenzen – sie waren bisher in Aufnahmen von Hubble nur als Lichtpunkte zu erkennen. Die Messungen ergaben nun, dass Nix rund 35 Kilometer groß ist und Hydra etwa 45 Kilometer. Beide sind extrem hell und besitzen daher wahrscheinlich eine Eisoberfläche.

Die beiden anderen kleinen Monde, Kerberos und Styx konnte die Sonde bisher nicht genauer vermessen. Die Forscher erwarten aber, dass dies beim heutigen Vorbeiflug geschehen wird. New Horizons wird den Pluto heute Vormittag in gut 9.000 Kilometern Entfernung passieren und dabei mit mehreren Instrumenten Messungen durchführen. Die Daten werden dann jedoch erst nach und nach im Laufe der nächsten Monate übermittelt werden.

(NASA, 14.07.2015 – NPO)

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