In jedem Planetensystem könnte es durchschnittlich zwei lebensfreundliche Planeten geben Milchstraße: Milliarden lebensfreundlicher Planeten? - scinexx | Das Wissensmagazin
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Milchstraße: Milliarden lebensfreundlicher Planeten?

In jedem Planetensystem könnte es durchschnittlich zwei lebensfreundliche Planeten geben

Der lebensfeundliche Erdzwilling Kepler 186f - nur einer von Milliarden in der Milchstraße? © NASA Ames/ SETI Institute/ JPL-Caltech

Die Chance für außerirdisches Leben steigt: Allein in unserer Milchstraße könnte es Milliarden lebensfreundlicher Erdzwillinge geben. Denn im Durchschnitt liegen zwei Planeten jedes Planetensystems in der habitablen Zone, wie dänische Astronomen ausgerechnet haben. Für ihre Kalkulation nutzten sie eine Formel, die schon vor gut 230 Jahren dabei half, den Uranus zu entdecken. Sie könnte nun dazu beitragen, weitere Erdzwillinge zu finden.

Das NASA-Weltraumteleskop Kepler ist einer der erfolgreichsten Planetenjäger überhaupt: Rund 1.000 Exoplaneten hat das Teleskop bisher aufgespürt, 3.000 weitere Sichtungen gelten als Planetenkandidaten. Allerdings: Längst nicht alle dieser Exoplaneten sind auch lebensfreundlich. Zwar gibt es einige Supererden und Erdzwillinge, viele sind jedoch heiße Gaswelten, die ihren Stern weit innerhalb der habitablen Zone umkreisen – der Zone, in der die Temperatur gerade richtig ist, um flüssiges Wasser und lebensfreundliche Bedingungen zu bieten.

Der Grund dafür: Solche heißen Jupiter lassen sich besonders gut mit Kepler ausfindig machen, weil sie beim Transit das Licht ihres Sterns deutlich abdimmen. Exoplaneten, die nur erdgroß sind und weiter weg von ihrem Stern liegen, sind dagegen nur schwer zu finden. Wie viele von ihnen es tatsächlich gibt, lässt sich daher nur schwer abschätzen.

Titus-Bode-Gesetz – neu angewandt

Steffen Kjaer Jacobson und seine Kollegen von der Universität Kopenhagen haben nun einen ungewöhnlichen Weg gewählt, um dieses Problem zu lösen. Sie griffen für ihre Studie auf eine 250 Jahre alte Methode zurück: das Titius-Bode-Gesetz. Diese von Johann Daniel Titius und Johann Elert Bode im Jahr 1772 aufgestellte Regel besagt, dass die Umlaufperioden der Planeten um einen Stern in einem bestimmten Verhältnis zueinander stehen.

Je nach Sternentryp liegt die habitable Zone mal weiter außen, mal weiter innen © NASA

Mit dieser Formel lässt sich berechnen, an welcher Position eigentlich noch ein Planet existieren müsste – selbst wenn dieser noch nicht gefunden ist. Der Planet Uranus in unserem Sonnensystem verdankt seine Entdeckung genau dieser Formel. „Wir entschieden uns, diese Formel auf 151 Planetensysteme anzuwenden, bei denen Kepler bereits zwischen drei und sechs Planeten gefunden hatte“, erklärt Jacobsen.

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Bis zu drei lebensfreundliche Planeten pro System

Mit Hilfe des Titus-Bode-Gesetzes kalkulierten die Forscher, wo gerade bei Planeten mit heißen, nah am Stern befindlichen Planeten weiter außen weitere Himmelskörper existieren könnten. Das Ergebnis: Nahezu alle Planetensysteme könnten zwischen einem und drei noch unentdeckten Planeten in oder nahe der habitablen Zone besitzen, wie die Astronomen berichten.

„Unserer Statistik und den Beobachtungen nach könnte ein guter Teil dieser Planeten in der habitablen Zone erdähnlich sein, flüssiges Wasser besitzen und damit gute Bedingungen für Leben bieten“, so Jacobsen. Hoch gerechnet auf die Milchstraße bedeutet dies, dass es allein in unserer Galaxie Milliarden Sternen geben könnte, um die lebensfreundliche Erdzwillinge kreisen. (Monthly Notices of the Royal Astronomical Society, 2015; arXiv:1412.6230)

(University of Copenhagen – Niels Bohr Institute, 18.03.2015 – NPO)

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