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Mars: Stärkstes Beben auf einem anderen Planeten

NASA-Raumsonde Mars InSight registriert erstmals Marsbeben der Magnitude 5

Marsbeben
Dieses Seismogramm zeigt das bisher stärkste Beben, das je auf dem Mars oder einem anderen fremden Planeten registriert wurde. © NASA/JPL-Caltech

Planetare Premiere: Die NASA-Raumsonde Mars InSight hat am 4. Mai 2022 das stärkste je gemessene Marsbeben aufgezeichnet. Mit einer Magnitude von 5 war dies zugleich das stärkste je auf einem fremden Planeten gemessene Beben. Die jetzt erfolgende Analyse dieser seismischen Wellen bietet Planetenforschern nun die Chance, mehr als zuvor über das Innenleben des Roten Planeten zu erfahren.

Die Erde ist der einzige Planet im Sonnensystem, der noch eine aktive Plattentektonik besitzt. Dennoch gibt es auch auf einigen anderen Himmelskörpern Erschütterungen geologischen Ursprungs, zum Beispiel auf dem Mond und dem Mars. Dass es im Inneren des Roten Planeten rumort, davon zeugen unter anderem die mehr als 1.300 Marsbeben, die die NASA-Raumsonde Mars InSight mithilfe ihres Seismometers aufgezeichnet hat. In einigen Regionen könnten die Marsbeben sogar von verborgener vulkanischer Aktivität zeugen.

Marsbeben
Das Marsbeben der Magnitude 5 wurde vom Seismometer der Landesonde Mars InSight am 4. Mai 2022 aufgezeichnet.© NASA/JPL-Caltech/ ETH Zurich

Stärkstes Beben auf einem fremden Planeten

Jetzt hat das Seismometer von Mars InSight erstmals ein Marsbeben der Superlative registriert: Am 4. Mai 2022 erreichte eine seismische Erschütterung des Marsuntergrunds erstmals die Magnitude 5. Ein Beben dieser Stärke wäre auch auf der Erde deutlich spürbar, für den Mars ist es ein echtes Megabeben. Es liegt an der Grenze dessen, was Wissenschaftler bei einem Planeten dieser Art für möglich halten.

Und nicht nur das: Das Marsbeben der Magnitude 5 ist auch das stärkste Beben, das je auf einem anderen Planeten registriert wurde. „Auf ein solches ‚Big One‘ haben wir gewartet, seit wir unser Seismometer im Dezember 2018 auf der Marsoberfläche platziert haben“, erklärt Bruce Banerdt vom Jet Propulsion Laboratory der NASA. „Dieses Beben wird uns einen beispiellosen Blick ins Innere des Planeten eröffnen. Wissenschaftler werden seine Daten noch über Jahr hinweg untersuchen.“

Neue Einblicke in das Mars-Innere

Als erstes werden die Planetenforscher nun anhand der Seismogramme ermitteln, wo und in welcher Tiefe sich das Marsbeben ereignet hat. Das wiederum könnte dann Rückschlüsse auf seine Ursache und die Vorgänge im Inneren des Roten Planeten erlauben. Denn die Art und Weise, wie die seismischen Wellen eines solchen Bebens von den Strukturen und Schichten des Mars-Inneren beeinflusst werden, gibt Aufschluss über deren Merkmale und Verhalten.

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Bisher ist erst in Teilen bekannt, wie der Marsmantel beschaffen ist und wie viel Hitze er noch in sich trägt. Auch, ob es in ihm noch Magmaströmungen oder sogar ein umfassende Mantelkonvektion gibt, ist strittig. Die Dynamik des Marsmantels hat entscheidenden Einfluss auf den Wärmetransport im Inneren des Roten Planeten und auch darauf, wie flüssig und dynamisch sein Kern noch ist. Und das wiederum ist entscheidend für die Frage, warum und wie der Mars sein einst globales Magnetfeld verlor.

Mars InSight im Energiesparmodus

Während die Planetenforscher hier auf der Erde sich nun an die Datenauswertung machen, ist die Raumsonde Mars InSight vorübergehend in den Ruhezustand versetzt worden. Denn an ihrem Standort, der Ebene Elysium Planitia, hat der Winter begonnen und die Sonneneinstrahlung ist abgeschwächt. Dadurch kann die Landesonde weniger Energie mit ihren Solarzellen erzeugen und sie muss Strom sparen.

Quelle: NASA Jet Propulsion Laboratory (JPL)

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