Curiosity-Rover registriert überraschend hohe Methanwerte – aber nur kurz Mars: Methan-Rätsel geht weiter - scinexx | Das Wissensmagazin
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Curiosity-Rover registriert überraschend hohe Methanwerte – aber nur kurz

Mars: Methan-Rätsel geht weiter

Curiosity
Die Methan-Messwerte des Marsrovers Curiosity geben Planetenforschern Rätsel auf. © NASA/JPL-Caltech/MSSS

Mysteriöses Phänomen: Erst letzte Woche hat der Marsrover Curiosity den höchsten je registrierten Methanwert auf dem Roten Planeten gemessen – doch jetzt ist das Methan wieder verschwunden. Offenbar handelte es sich um eine vorübergehende Ausgasung. Woher dieses Gas jedoch kommt und ob es geochemischen oder doch biologischen Ursprungs ist, bleibt weiterhin rätselhaft.

Schon seit Jahren rätseln Planetenforscher über das „launenhafte“ Methan des Mars. Denn während einige Raumsonden lokal und saisonal schwankende Gehalte dieses Gases in der Marsatmosphäre nachgewiesen haben, fanden andere, besonders sensible „Schnüffler“ wie der Trace Gas Orbiter (TGO) der ESA bislang – nichts. Spannend ist dies deshalb, weil Methan als potenzielles Anzeichen für mikrobielles Leben gilt. Allerdings kann Methan auch geochemisch entstehen, beispielsweise durch die UV-Bestrahlung von Gesteinsmaterial.

Der höchste je gemessene Methanwert…

Jetzt sorgen neue Messwerte für weitere Verwirrung. Der NASA-Marsrover Curiosity hat letzte Woche überraschend hohe Methanwerte gemessen – die höchsten jemals auf dem Mars registrierten. Das Laserspektrometer des „rollenden Chemielabors“ ermittelte einen Wert von 21 parts per billion (ppb). Diese Konzentration ist 20 Mal höher als der normalerweise im Gale Krater vorherrschende Hintergrundwert von einem ppb, wie die NASA berichtet.

Zuvor hatte Curiosity erst einmal – im Jahr 2013 – vorübergehend erhöhte Methanwerte im Marskrater gemessen. Doch selbst dieser Peak war nur ein Drittel so hoch wie der jetzige. Woher dieses Gas so plötzlich kommt und wie lange diese Methan-Plumes anhalten, ist bislang unbekannt. „Mit unseren jetzigen Messungen haben wir keine Möglichkeit herauszufinden, ob die Quelle des Methans biologisch oder geologisch ist. Wir wissen nicht einmal, ob das Gas uralt oder neu entstanden ist“, erklärt Paul Mahaffy vom Jet Propulsion Laboratory (JPL) der NASA.

…und dann ist alles weg

Doch es kommt noch seltsamer: Nach dem überraschend hohen Methanwert der letzten Woche ließen die NASA-Forscher den Rover am Wochenende noch ein Folgeexperiment durchführen. Diesmal jedoch ergab die Messung wieder so gut wie nichts: Der Methanwert ist wieder auf weniger als ein ppb abgesunken und damit quasi auf den Hintergrundwert im Gale-Krater. Damit scheint klar, dass es irgendwo eine vorübergehende Ausgasung gegeben haben muss. Doch wo genau, können Curiositys Instrumente nicht feststellen.

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Eine mögliche Erklärung für das mysteriöse Erscheinen und Verschwinden der Methan-Peaks könnten viele kleine Ausgasungen sein, die die Marsoberfläche überziehen. Wenn dann jeder dieser Minischlote immer nur ab und zu kleine Mengen Gas ausstößt, kann zwar der Rover dies nachweisen, weil er seine „Nase“ quasi direkt über dem Schlot hat. Für die Orbitersonden jedoch sind diese Gasschwaden zu klein und schwach, um bemerkt zu werden.

„Das Methan-Rätsel geht weiter“, konstatiert Ashwin Vasavada vom JPL. „Wir sind motivierter denn je, an den Messungen dranzubleiben. Wir wollen herausfinden, wie das Methan in die Marsatmosphäre kommt und wie es sich dort verhält.“ Als nächstes wollen die Forscher nun die Messwerte auswerten, die die TGO-Sonde während der letzten Woche beim Überfliegen des Gale-Kraters registriert hat.

Quelle: NASA/ JPL

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