Dritter Planet um nahen Zwergstern kreist am Rand der habitablen Zone Lebensfreundliche Supererde in 31 Lichtjahren Entfernung - scinexx | Das Wissensmagazin
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Dritter Planet um nahen Zwergstern kreist am Rand der habitablen Zone

Lebensfreundliche Supererde in 31 Lichtjahren Entfernung

GJ 357
In nur 31 Lichtjahren Entfernung gibt es einen Zwergstern mit drei erdähnliche Planeten, davon eine möglicherweise lebensfreundliche Supererde (vorne) © Carl Sagan Institute/ Jack Madden

Neue Welten vor unserer „Haustür“: Die Zahl der potenziell lebensfreundlichen Planeten in unserer Nachbarschaft wird immer größer. Aktueller Neuzugang ist eine nur 31 Lichtjahre entfernte Supererde, die Astronomen mithilfe des Weltraumteleskops TESS und erdbasierter Teleskope aufgespürt haben. Der Exoplanet GJ 357d kreist als dritter und äußerster Planet am Rand der habitablen Zone seines Sterns.

In unserer kosmischen Nachbarschaft wimmelt es nur so von Exoplaneten. Inzwischen scheint kaum ein Stern mehr ohne planetare Begleiter zu sein. So wird der nur 40 Lichtjahre entfernte Rote Zwerg TRAPPIST-1 von gleich sieben erdähnlichen Planeten umkreist, in nur 14 Lichtjahren gibt es eine lebensfreundliche Supererde und auch der zwölf Lichtjahre entfernte „Teergardens Stern“ besitzt zwei potenziell lebensfreundliche Welten. Sogar unser nächster Nachbar, Proxima Centauri, wird von einem Planeten in der habitablen Zone umkreist.

GJ 357
Orbits der drei Planeten um GJ 357. © NASA/GSFC, Chris Smith

Planetenfund um 31 Lichtjahre entfernten Stern

Jetzt bekommt unsere kosmische Nachbarschaft weiteren Zuwachs, wie Rafael Luque vom Institut für Astrophysik der Kanaren und seine Kollegen berichten. Bei der Auswertung von Daten des Transiting Exoplanet Survey Satellite (TESS) der ESA, stießen sie auf eine periodische Abdunklung der Lichtkurve bei einem 31 Lichtjahre entfernten Zwergstern. Dies deutet darauf hin, dass ein Planet vor dem Stern GJ 357 vorüberzog. Dieser Planet, GJ 357b ist rund 22 Prozent größer als die Erde und wahrscheinlich zu heiß für Leben.

„Obwohl der Planet kein Leben beherbergen kann, ist er ein wichtiger Meilenstein in der Erforschung erdähnlicher Planeten“, erklärt Koautor Stefan Dreizler vom Institut für Astrophysik der Universität Göttingen. „GJ 357 b ist der drittnächste Transit-Exoplanet und damit einer der am besten geeigneten Planeten, die wir haben, um die Zusammensetzung einer möglichen Atmosphäre zu messen.“

Supererde mit zwei „Geschwistern“

Doch das ist noch nicht alles: Als die Forscher den Stern und seinen Planeten mit erdbasierten Teleskopen genauer ins Visier nahmen, entdeckten sie Indizien für zwei weitere Exoplaneten in diesem System. Einer davon hat die 3,4-fache Erdmasse und eine Temperatur von rund 130 Grad – auch er ist daher wohl nicht lebensfreundlich.

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Anders aber ist dies beim äußeren der drei Planeten: GJ 357d. „GJ 357 d befindet sich am äußeren Rand der bewohnbaren Zone seines Sterns, wo er von seinem Stern etwa die gleiche Menge an Sternenenergie erhält wie der Mars von der Sonne“, berichtet Diana Kossakowski vom Max-Planck-Institut für Astronomie in Heidelberg. Damit liegt die sogenannte Gleichgewichtstemperatur dieses Planeten nur bei minus 53 Grad Celsius.

Mit dichter Atmosphäre lebensfreundlich

Dennoch könnte GJ 357d lebensfreundlich sein: „Wenn der Planet eine dichte Atmosphäre hat, könnte er genügend Wärme einfangen, um den Planeten zu erwärmen und flüssiges Wasser auf seiner Oberfläche zuzulassen“, erklärt Kossakowski. Mit rund sechsfacher Erdmasse und einer Größe von vermutlich dem Doppelten der Erde handelt es sich bei diesen Exoplaneten höchstwahrscheinlich um eine Supererde. „Damit ist dies die erste von TESS entdeckte nahe Supererde, die Leben beherbergen könnte“, sagt Lisa Kaltenegger von der Cornell University.

„Wenn GJ 357 tatsächlich Anzeichen für außerirdisches Leben zeigen sollte, dann wäre diese Supererde an der Spitze der künftigen Reiseziele“, so Kaltenegger. „Und wir könnten endlich die alte Frage beantworten, ob wir allein im Universum sind. (Astronomy & Astrophysics, 2019; doi: 10.1051/0004-6361/201935801)

Das sind die drei neuentdeckten Planeten um GJ357.© NASA/ GSFC

Quelle: NASA, Cornell University, Georg-August-Universität Göttingen

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