Rasender Riese: Der Große Rote Fleck des Jupiter zeigt erneut subtile Veränderungen – die Winde im äußeren Ring des Wirbelsturms werden schneller. Messungen mit dem NASA-Weltraumteleskop Hubble zeigen, dass sich die Windgeschwindigkeit in der Randzone seit 2009 um acht Prozent beschleunigt hat. Sie nimmt pro Jahr um rund 2,5 Kilometer pro Stunde zu. Der Grund für dieses zuvor nicht beobachtete Phänomen ist noch unbekannt.
Der Große Rote Fleck ist der größte Wirbelsturm unseres Sonnensystems und das auffallendste Merkmal des Gasriesen Jupiter. Der schon seit mindestens 300 Jahren existierende Sturm bekommt durch eine photochemische Reaktion mit dem UV-Licht der Sonne seine auffallend rote Farbe. In seinem Inneren ist er durch komplexe Umwälzströmungen geprägt, die die Jupiteratmosphäre bis in große Höhen aufheizen. Zwar hat der Große Rote Fleck in den letzten Jahrzehnten seine Form von oval zu eher rund geändert und ist etwas kleiner geworden, Anzeichen für seine Auflösung gibt es jedoch nicht.

Genauester Blick auf Jupiters Winde
Doch jetzt haben Planetenforscher noch eine Veränderung am berühmten Sturm entdeckt: Die Winde in der äußeren Randschicht des Wirbelsturms werden schneller. Das geht aus Beobachtungsdaten des Weltraumteleskops Hubble aus der Zeit von 2009 bis 2020 hervor. „Hubble ist das einzige Teleskop, dessen räumliche und zeitliche Auflösung ausreicht, um Jupiters Winde in so großem Details abzubilden“, erklärt Amy Simon vom Goddard Space Flight Center der NASA.
Um selbst subtilen Veränderungen der Windgeschwindigkeit auf die Spur zu kommen, nutzten Simon und das Team um Michael Wong von der University of California in Berkeley eine spezielle Software, die hunderttausende von Windvektoren in jeder Hubble-Aufnahme auswertete. „Das gab uns einen relativ konsistenten Satz von Geschwindigkeitsmessungen“, erklärt Wong. „Zudem habe ich eine Batterie statistischer Tests eingesetzt, um sicherzustellen, dass wir hier wirklich eine echte Veränderung sehen.“








