Kontakt zum Lander der Chandrayaan-2-Mission bricht kurz vor der Landung ab Indien: Mondlandung gescheitert - scinexx | Das Wissensmagazin
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Indien: Mondlandung gescheitert

Kontakt zum Lander der Chandrayaan-2-Mission bricht kurz vor der Landung ab

Mond
Indien könnte die vierte Nation werden, die erfolgreich auf dem Mond landet. © Sjo/ istock

Update: Indiens Versuch, eine unbemannte Sonde auf dem Mond zu landen, ist fehlgeschlagen. Rund zwei Kilometer über der Mondoberfläche brach der Kontakt zum Lander der Chandrayaan-2-Mission ab. Noch ist unklar, ob die Landesonde abgestürzt ist oder nur der Funkkontakt unterbrochen ist. Die indische Raumfahrtbehörde ist noch dabei, die Daten zu analysieren.

Lange Zeit war der Mond als Ziel scheinbar in Vergessenheit geraten. Doch 50 Jahre nach der ersten Landung auf dem Erdtrabanten erlebt die lunare Raumfahrt eine Renaissance: Die USA planen schon im Jahr 2024 wieder Astronauten auf dem Mond landen zu lassen. Aber auch andere Länder wollen auf den Mond – zuletzt versuchte es Israel.

Doch als die israelische Raumsonde „Beresheet“ im April auf den Mond zusteuerte, ging die Landung schief, die unbemannte Sonde war verloren. Nun unternimmt die nächste Nation einen Anlauf, hinter Russland, den USA und China mit einer weichen Landung auf dem Erdtrabanten Geschichte zu schreiben: Indien.

Der Lander "Vikram" mit dem Rover "Pragyan" © ISRO

Südpol als Ziel

Die Mission Chandrayaan-2 der indischen Raumfahrtagentur ISRO besteht aus drei wesentlichen Komponenten: Ein Orbiter soll ein Jahr lang den Mond umkreisen und dabei unter anderem seine Oberfläche kartieren. Der Lander „Vikram“ hat wissenschaftliche Instrumente an Bord, mit denen er die lunare Oberfläche untersuchen soll. Unter anderem wird er Mondbeben und die Temperatur des Mondbodens messen. Auch ein Instrument der NASA hat der Lander an Bord.

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Der Dritte im Bunde ist der kleine Rover „Pragyan“. Er soll nach der Landung bis zu 500 Meter auf dem Erdtrabanten zurücklegen können und dabei die Südpolregion genauer erkunden – eine Gegend, wo zuvor noch kein Roboter unterwegs gewesen ist. Immerhin rund 15 Erdtage wird der indische Rover voraussichtlich durchhalten.

Indische Mondmission
Im Juli startete Chandrayaan-2 zum Mond. © ISRO

Start nach langer Verzögerung

Eigentlich wollte Indien mit seiner Mondmission bereits 2011 abheben. Sie war ursprünglich als indisch-russisches Projekt geplant. Doch nach Pannen in der russischen Raumfahrt entschloss sich das Land, sein Vorhaben alleine fortzusetzen – und stand ganz kurz vor dem Ziel. Nach dem erfolgreichen Start Ende Juli war das Gespann aus Orbiter und Lander am 20. August 2019 in die Mondumlaufbahn eingetreten. „Vikram“ löste sich anschließend, mit etwas Verspätung, am 2. September erfolgreich ab.

Dann stand der entscheidende Schritt bevor: Am 7. September zwischen 1:30 Uhr und 2:30 Uhr indischer Zeit sollte der Lander laut Plan auf dem Mond aufsetzen – also zwischen 22 Uhr und 23 Uhr unserer Zeit. Laut ISRO sollte „Vikram“ schon 15 Minuten nach seiner Landung die ersten Fotos von der Mondoberfläche schicken. Wenige Stunden später hätte dann der Rover seinen Auftritt gehabt.

Funkstille kurz vor dem Ziel

Doch der ehrgeizige Plan ist gescheitert. Zunächst schien der autonome Abstieg der Landesonde zur Mondoberfläche nach Plan zu verlaufen. Doch um 01:52 Uhr indischer Zeit, nur knapp zwei Kilometer über der Mondoberfläche, brach der Kontakt zur Sonde plötzlich ab. Inzwischen gibt es Indizien dafür, dass der Lander beim Abstieg leicht von seiner programmierten Flugbahn abgewichen ist. Möglicherweise führte dies dazu, dass er seine Bremsmanöver nicht mehr korrekt ausführen konnte. Ob dieses Szenario stimmt und ob die Landesonde abgestürzt ist, müssen weitere Analysen jedoch erst noch zeigen.

Quelle: ISRO

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