Raumsonde "ExoMars" soll nach Spuren von Leben suchen ESA-Forschungsmission zum Mars startet - scinexx | Das Wissensmagazin
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Raumsonde "ExoMars" soll nach Spuren von Leben suchen

ESA-Forschungsmission zum Mars startet

Reise zum Roten Planeten: Der Trace Gas Orbiter der ExoMars-Mission soll in der Marsatmosphäre nach Lebenszeichen suchen © ESA/ATG medialab

Der Countdown läuft: Heute vormittag startet die ESA-Raumsonde „ExoMars“ ihre Reise zum Roten Planeten. Die Gemeinschaftsmission von Europa und Russland soll in der Marsatmosphäre nach Hinweisen auf Leben suchen, vor allem aber den Weg für eine weitere Mission in zwei Jahren ebnen. Dann schicken die Planetenforscher unter anderem einen Rover auf den Mars. Der wird dann auch die Oberfläche des Planeten genauer unter die Lupe nehmen.

Gibt es Leben auf dem Mars? Diese Frage beschäftigt die Menschheit schon seit langem. Schließlich ist der Rote Planet trotz seines kalten wüstenhaften Klimas der erdähnlichste in unserem Sonnensystem. Und: Nicht immer war er so lebensfeindlich wie heute. In der ersten Milliarde Jahren nach seiner Entstehung war das Klima dort wesentlich wärmer und feuchter. Relikte von urzeitlichen Flüssen und Seen auf dem Mars zeugen davon, dass einst Wasser in flüssiger Form existierte – eine Grundvoraussetzung für Leben, wie wir es kennen.

Erstmals wieder gezielte Fahndung nach Leben

Tatsächlich haben Wissenschaftler vor wenigen Monaten sogar starke Indizien dafür entdeckt, dass es noch heute flüssiges Salzwasser auf dem Mars geben könnte. Unter der Marsoberfläche gibt es zudem noch immer Gletscher aus Wassereis.

Bereits in den 1970er Jahren suchten die Viking-Landemissionen nach Spuren von Leben auf dem Mars – erfolglos. Seither konzentrierten sich Landesonden darauf, nach Spuren von Wasser und einstigen lebensfreundlicheren Bedingungen zu suchen. Nun soll eine neue Mission erstmals wieder gezielt nach Hinweisen auf Leben auf dem Roten Planeten fahnden: Die Raumsonde „ExoMars“ startet heute um 10.30 Uhr deutscher Zeit vom Weltraumzentrum Baikonur in Kasachstan ihre Reise zum Mars.

Spurensuche in der Atmosphäre

Gemeinsam sollen der Orbiter und das Landemodul Schiaparelli den Mars im Oktober 2016 erreichen © Copyright: ESA/ATG medialab

Die gemeinschaftliche Mission der Europäischen Weltraumagentur ESA und der russischen Weltraumbehörde Roscosmos soll mit einer Proton-Rakete abheben. Die Sonde an Board besteht aus zwei Teilen: Ein Mars-Orbiter soll den Roten Planeten auf einer festgelegten Umlaufbahn umkreisen und in der Atmosphäre nach Gasen wie Methan suchen, die auf das Vorhandensein einfacher Lebensformen hindeuten könnten.

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Der zweite Part der Sonde ist das Landemodul Schiaparelli. Es soll Technologien für eine weiche Landung auf dem Mars demonstrieren – weder Europa noch Russland ist das zuvor gelungen. Die US-amerikanische Raumfahrtbehörde NASA hat mit dem Marsrover „Curiosity“ jedoch bereits 2012 gezeigt, dass das mithilfe modernster Technologien möglich ist. Vom Eintritt in die Marsatmosphäre bis zur sicheren Landung durchlief die Sonde damals eine komplexe Kette von mehreren Stadien, sechs verschiedenen Konfigurationen des Rovers und seiner Hilfsbauteile und das Abfeuern von 76 Sprengladungen.

Landung im Oktober

Geht alles glatt, kann „ExoMars“ ihre Arbeit im Oktober dieses Jahres aufnehmen. Dann nämlich soll die Raumsonde den Roten Planeten erreichen. Nachdem das Landemodul vom Orbiter getrennt wurde, wird es laut Plan am 19. Oktober 2016 auf der Marsoberfläche landen.

Zweite Mission: Im Jahr 2018 soll ein eruopäischer Marsrover die Oberfläche des Roten Planeten untersuchen © ESA

Der erfolgreiche Start der Mission ist für die Planetenforscher extrem wichtig. Sie soll den Weg für eine zweite Mission ebnen, die für 2018 geplant ist. Dabei wird ein europäischer Marsrover sowie eine russische Landeplattform auf dem Planeten abgesetzt und hoffentlich für weitere neue Erkenntnisse sorgen.

Der Rover soll die Oberfläche des Mars erkunden und dabei mehrere Kilometer zurücklegen. Das Besondere: Er ist mit einem leistungsstarken Bohrsystem ausgestattet und wird erstmals Proben aus bis zu zwei Metern Tiefe entnehmen und anschließend analysieren können, wie die ESA berichtet. In fossilen Gesteinsüberresten oder anhand von organischem Material könnte er Hinweise auf früheres Leben auf dem Planeten entdecken.

(ESA, Max-Planck-Institut für Sonnensystemforschung, 14.03.2016 – DAL)

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