Marsrover Opportunity legt als erstes menschengemachtes Gefährt 42,2 Kilometer zurück Erster Marathon auf einem fremden Planeten - scinexx | Das Wissensmagazin
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Erster Marathon auf einem fremden Planeten

Marsrover Opportunity legt als erstes menschengemachtes Gefährt 42,2 Kilometer zurück

Marsrover Opportunity hat als erster 42,2 Kilometer auf einem fremden PLaneten zurückgelegt. © NASA/JPL

Planetarer Rekord: Der NASA-Marsrover Opportunity hat als erstes menschengemachtes Gefährt die gut 42 Kilometer der Marathon-Distanz auf einem fremden Planeten zurückgelegt. Mit elf Jahren und zwei Monaten war seine Zeit nicht gerade olympisch, aber dafür umso rekordwürdiger. Das Roverteam der NASA wird jedenfalls ihm zu Ehren nächste Woche einen Marathon-Staffellauf durchführen.

Als der Marsrover Opportunity und sein Zwilling Spirit im Juli 2003 zum Mars starteten, war ihre Mission eigentlich nur für drei Monate geplant. An seinem Landeplatz, dem Eagle Krater, sollte er vor allem nach Spuren von Wasser suchen und mit seinem Instrumenten die Beschaffenheit der Gesteine analysieren. Doch der Rover erwies sich als zäher und langlebiger als erwartet und die NASA entschloss sich daher, ihn weiter in Betrieb zu lassen.

Wasserspuren, Meteoriten und eine Panne

Und es lohnte sich: Schon in den ersten Monaten entdeckte Opportunity Indizien für eine wasserreiche Vergangenheit des roten Planeten. 2004 identifizierte sein Röntgenspektrometer Schwefel- und Bromverbindungen im Marsstaub, wie sie typischerweise in Anwesenheit von Wasser entstehen. Wenig später stieß der Rover auch an anderer Stelle auf sulfathaltige Ablagerungen. Und Anfang 20ß05 sendete er die ersten Aufnahmen von einem Meteoriten auf einem anderen Planeten.

Die gelbe Linie zeigt die von Opportunity zurückgelegte Route an © NASA/JPL-Caltech/ MSSS/NMMNHS

Seither hat Opportunity auf seinem Weg zum Endeavour-Krater weitere Informationen vom Roten Planeten geliefert – nicht ohne Schwierigkeiten. Denn im Frühjahr 2005 fuhr sich der Marsrover plötzlich in einer Düne fest. Nur durch vorsichtiges Navigieren und Hin- und Herschaukeln gelang es den NASA-Technikern per Fernanweisungen, das Gefährt kurze Zeit später wieder freizubekommen. Der Rover setzte seinen Weg fort, erreichte 2011 den Rand des Endeavour-Kraters und fährt seither an ihm entlang.

42,195 Kilometer – ein Rekord

Am 24. März 2015 – an Opportunitys 3.968. Tag auf dem Roten Planeten, war es dann soweit: Der Rover hatte insgesamt 42,195 Kilometer zurückgelegt. „Dies ist das erste Mal, dass ein menschliches Unterfangen die Marathon-Distanz auf der Oberfläche einer anderen Welt überwindet“, sagt John Callas vom Opportunity-Projektteam am Jet Propulsion Laboratory (JPL) der NASA in Pasadena, California. „Und so etwas gibt es nur einmal.“

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Schon im letzten Jahr hatte der langlebige Marsrover den bisherigen außerplanetarischen Strecken-Rekordhalter überrundet. Das sowjetische Mondfahrzeug Lunokhod 2 hatte im Jahr 1973 39 Kilometer auf der Mondoberfläche zurückgelegt. Es wurde dabei jedoch direkt ferngesteuert, während die Marsrover einem zuvor per Programmcode übermittelten Programm folgt, dabei aber auch autonom auf Daten reagiert, die ihm seine Sensoren übermitteln.

Geschafft: Am 24. März 2015 hat Opportunity die 42,2 Kilometer erreicht - bnach elf Jahren und zwei Monaten. © NASA/JPL-Caltech

Entdecker im Schneckentempo

Mit einer Höchstgeschwindigkeit von gerade einmal fünf Zentimetern pro Sekunde ist Opportunity nicht gerade ein Rennauto, dafür hat jedes seiner sechs Räder seinen eigenen kleinen Antriebsmotor. Dadurch können sie sich unabhängig voneinander bewegen. Für die Marathon-Distanz benötigte der Rover elf Jahre und zwei Monate.

„Natürlich geht es in dieser Mission nicht darum, Streckenrekorde aufzustellen“, sagt Steve Squyres von der Cornell University in Ithaca, einer der wissenschaftlichen Leiter der Mission. „Es geht darum, wissenschaftliche Entdeckungen zu machen und zukünftige Erforscher dazu zu inspirieren, noch mehr zu erreichen.“ Dennoch gibt er zu: „Einen Marathon auf dem Mars zu absolvieren, fühlt sich schon ziemlich cool an.“

(NASA/JPL, 27.03.2015 – NPO)

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