Auf dem Zwergplanet Pluto könnte es Eisvulkane geben: Erste Indizien dafür liefern Aufnahmen der Raumsonde New Horizons, die zwei Berge mit auffallenden Kratersenken auf ihren Gipfeln zeigen. Ob hier einst tatsächlich eisiges Material ausgespien wurde und woher der Pluto die dafür nötige Wärme nimmt, ist bisher aber noch unklar. Neue Daten der Raumsonde zeigen zudem, dass einige der kleinen Monde des Pluto aus Kollisionen zweier Brocken entstanden sein könnten.
Der ferne Zwergplanet Pluto sorgt weiter für Überraschungen. „Die New Horizons-Mission hat alles, was wir über den Pluto zu wissen glaubten, auf den Kopf gestellt“, sagt Jim Green, Leiter des Planetenprogramm der NASA. Statt eines toten, öden Himmelskörpers lieferte die NASA-Sonde bereits Daten und Bilder, die fließende Gletscher, Eisgebirge und einem verblüffend blauen Himmel zeigten.
Zwei Berge mit verräterischer Gipfelsenke
Jetzt liefern Aufnahmen der New Horizons-Sonde sogar noch Spannenderes: Erste Indizien für einen Cryovulkanismus auf dem Zwergplaneten. Denn eine 3D-Kartierung von zwei mehreren Kilometer hohen Bergen zeigt, dass diese eine Art Krater auf ihrem Gipfel besitzen – ähnlich den Vulkankratern irdischer Feuerberge. Bei einem dieser Berge, dem rund 160 Kilometer breite und vier Kilometer hohe Wright Mons, ist diese Gipfelsenke 56 Kilometer groß und zeigt Anzeichen konzentrischer Risse, wie die NASA-Forscher berichten.
„Dies sind große Berge mit einem riesigen Loch in ihrem Gipfel“, sagt Oliver White vom Ames Research Center der NASA in Moffett Field. „Auf der Erde bedeutet dies normalerweise eines: Es handelt sich um einen Vulkan.“ Allerdings würde ein Vulkan auf dem Pluto keine glühende Lava speien, sondern stattdessen eine Mischung aus halbgetautem Wassereis, Stickstoff, Ammoniak oder Methan.












