Große Sonderausstellung zum „Internationalen Jahr der Wüsten und der Wüstenbildung“ Wüste zum Anfassen - scinexx | Das Wissensmagazin
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Große Sonderausstellung zum „Internationalen Jahr der Wüsten und der Wüstenbildung“

Wüste zum Anfassen

Witterungsextreme zwischen Steppe und Wüste: Wilder Knoblauch © Edda Schlager

Ob Sahara, Gobi oder Atacama – Wüsten gehören zu den extremen Lebensräumen unserer Erde. Pünktlich zum „Internationalen Jahr der Wüsten und Wüstenbildung“ der Vereinten Nationen hat nun in Rosenheim eine große Sonderausstellung eröffnet. Noch bis zum 08. Oktober 2006 zeigt sie seltene Exponate wie fossilen Regen, Wüstenglas oder Hinterlassenschaften der Ureinwohner. Zugleich macht die Ausstellung „Die Wüste“ auf die weltweit zunehmende Versteppung und Wasserknappheit aufmerksam.

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Wüste bedeutet mehr als nur lebensfeindliche Ödnis: Überall auf der Erde haben Pflanzen, Tiere und Menschen ihre Lebensweise an die harten Bedingungen in der Wüste erfindungsreich angepasst. Ob Aboriginal people, Tuareg, Nasca oder Pueblo – sie alle haben gelernt, mit sengender Hitze, unbarmherzigen Stürmen und minimalen Wasservorkommen zu leben.

Schon am Eingang der Ausstellung wird der Besucher in eine nachgebildete Dünen- und Felsenlandschaft der Sahara geführt. „Sie dokumentiert anschaulich, wie sich die Menschen mit der Wüste seit 10.000 Jahren auseinandersetzen“, erläutert Projektleiter Claudius Müller vom Staatlichen Museum für Völkerkunde. „Felsbilder beweisen, dass die Wüste damals ganz andere klimatische Voraussetzungen bot, und die Menschen in einer Savannenlandschaft die Möglichkeit zur Viehzucht hatten.“

Meteorite, Wüstenglas und fossiler Regen

Seltene Exponate zeigen darüber hinaus, wie sich die Wüstenlandschaften der Erde im Laufe der Erdgeschichte verändert haben. Besondere Ausstellungsstücke wie Meteoriten, Wüstenglas und auch fossiler Regen veranschaulichen die speziellen geologischen Prozesse in der Wüste. Ein besonders imposantes archäologisches Schaustück ist der zehn Meter lange Abguss eines Fischsauriers. Es ist das größte intakte Skelett, das je in der Sahara gefunden wurde.

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Zahlreiche Fossilien, Kreideablagerungen von Schnecken oder Muscheln oder der Schädel einer Meeresschildkröte geben einen Überblick über die Erdentwicklung der heutigen Trockenzonen. Die kreative Wassergewinnung bei Pflanzen und Tieren veranschaulichen der Schwarzkäfer und ein Stück Tamariskenwurzel, die bis zu einem Kilometer lang werden kann. Auf lebendige Weise führt die Ausstellung den Besucher durch die Sandwüsten Afrikas, in die einsamen Trockengebiete Australiens, die Steppenwüsten Innerasiens und in die Wüsten Nordamerikas.

Klimawandel in der Wüste

Trotz vielfältiger Anpassungsstrategien von Tieren und Pflanzen an den Trockenraum ist jedoch die weltweit zunehmende Wüstenbildung, die so genannte Desertifikation, ein großes Problem. So kann der Besucher an einem interaktiven Globus eindrucksvoll beobachten, dass trockene und halbtrockene Gebiete inzwischen mehr als ein Drittel aller Kontinente bedecken. Nach Schätzungen der UNESCO ist hierdurch das Auskommen von mehr als einer Milliarde Menschen gefährdet und rund 135 Millionen Menschen werden zukünftig ihre Anbauflächen aufgrund der Wasserknappheit aufgeben müssen. Inzwischen steht das Problem der Wasservorräte in diesen Gebieten für die Vereinten Nationen daher auch an vorderster Stelle. Eine wichtige Rolle in der Ausstellung spielen daher auch die Folgen des Klimawandels, die Bedrohung des Öko-Systems Wüste und die Entwicklung von Bewässerungssystemen.

Fachübergreifende Zusammenarbeit

Die Ausstellung zeichnet in Zusammenarbeit von Natur- und Völkerkunde ein ganzheitliches Bild der Wüste – von ihrer klimageschichtlichen Entstehung bis hin zu den Wüstenvölkern. Als wichtigen Partner konnten die Veranstalter die UNCCD (United Nations Convention to Combat Desertification) gewinnen. Ein Projektteam aus 18 namhaften Wissenschaftlern arbeitete fachübergreifend zusammen, um die Aspekte der Wüstenbildung umfassend darzustellen. Mit dabei sind auch das Staatliche Museum für Völkerkunde, die Archäologische Staatssammlung München, die Staatlichen Naturwissenschaftlichen Sammlungen Bayerns und die Heinrich-Barth-Stiftung Köln.

Öffnungszeiten:

vom 30. März bis 08. Oktober 2006

Mo.- Fr. 9 bis 18 Uhr

Sa., So. und Feiertage 10 – 18 Uhr

Sonderöffnungen auf Anfrage

Kontakt:

Ausstellungszentrum Lokschuppen

Rathausstraße 24

83022 Rosenheim

Tel. 0049-(8031)-365 90 36

Fax 0049-(8031)-365 90 30

Mail: lokschuppen@rosenheim.de

Lokschuppen Rosenheim und Wüste 2006

(Veranstaltungs- + Kongress GmbH Rosenheim; Staatliches Museum für Völkerkunde München; Archäologische Staatssammlung München; Staatliche Naturwissenschaftliche Sammlung Bayern, 02.05.2006 – AHE)

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