Überraschender Fund: Vor der Ostküste der USA haben Geologen eines der größten Grundwasser-Reservoire der Welt entdeckt – unter dem Meeresgrund des Atlantiks. Der Aquifer reicht bis zu 90 Kilometer weit ins Meer hinaus und ist mindestens 350 Kilometer breit. Schätzungen zufolge enthält dieses unterseeische Wasserreservoir mindestens 2.800 Kubikkilometer Süßwasser – mehr als der Viktoriasee. Ähnliche Aquifere könnten unerkannt auch vor anderen Küsten liegen, vermuten die Forscher.
Trinkwasser ist ein knappes Gut – vor allem dort, wo es wenig regnet. Denn viele Grundwasser-Reservoire sind bereits übernutzt, andere werden schon in geringer Tiefe brackig oder salzig. Auch Pestizide, Dünger und Chemikalien tragen zunehmend zum Verlust sauberer Wasserressourcen bei. Hinzu kommt: Nach Schätzungen von Forschern sind die meisten Grundwasservorräte schon Jahrtausende alt. Nur sechs Prozent der weltweiten Aquifere regenerieren sich relativ schnell und regelmäßig.

Süßwasser unter dem Meeresgrund
Doch wie sich nun zeigt, könnten sich an unerwarteter Stelle noch unerkannte Trinkwasserreservoire verbergen: vor den Küsten der Kontinente. Erste Hinweise darauf fanden Wissenschaftler schon in den 1970er Jahren, als sie bei Erkundungsbohrungen vor der US-Ostküste auf Süßwasser statt auf Erdöl stießen. „Wir wussten, dass es dort unten an einigen Stellen Süßwasser gibt, aber wir kannten weder das Ausmaß noch die Verteilung „, sagt Erstautor Chloe Gustafson von der Columbia University in New York.
Um mehr über dieses Süßwasser unter dem Meeresgrund herauszufinden, haben Gustafson und ihre Kollegen nun das Schelfgebiet vor New Jersey und Massachusetts mit elektromagnetischen Messungen kartiert. „Diese Methoden registrieren die elektrische Leitfähigkeit und diese wird in den Offshore-Sedimenten von der Porosität und dem Salzgehalt des Porenwassers bestimmt“, erklären die Forscher. Unterirdische Süßwasservorkommen erscheinen daher in den Messdaten als wenig leitende Schichten.










