Tektonische Hebungen sind schuld an dem immer kontinentaler werdenden Klima des Donaubeckens Wachsende Gebirge machten Südosteuropa trockener - scinexx | Das Wissensmagazin
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Tektonische Hebungen sind schuld an dem immer kontinentaler werdenden Klima des Donaubeckens

Wachsende Gebirge machten Südosteuropa trockener

Das Dinarische Gebirge ist eines der Höhenzüge, die heute das Donaubecken vom Mittelmeer und von den regenbringenden Tiefs abschirmen. © Orjen / CC-by-sa 3.0

Seit rund 700.000 Jahren wird das Gebiet zwischen Mittelmeer und unterer Donau immer trockener. Gleichzeitig wurden auch die Winter immer kälter. Was aber hat diesen regionalen Klimawandel ausgelöst? Ein internationales Forscherteam hat jetzt die Erklärung dafür gefunden: Die rundherum wachsenden Gebirge schirmten die Balkanregion immer stärker vom Regen ab – und machten ihr Klima immer kontinentaler.

Das Mittlere und das Untere Donaubecken bilden die westlichsten Ausläufer der eurasischen Steppe, die sich von China über Zentralasien bis auf den Balkan erstreckt. Dort herrscht ein typisches Kontinentalklima: Die Winter sind extrem kalt, die Sommer heiß und trocken, weil die große Landmasse Asiens den mildernden Einfluss des Meeres abschirmt. Seltsamerweise aber ist auch die Balkanregion an der Donau heute durch eher kontinentales Klima geprägt. Das aber hat sich erst während der letzten Jahrhunderttausende ausgebildet, also nach geoklimatischen Maßstäben ziemlich spät. Aber warum?

Björn Buggle und Ulrich Hambach von der Universität Bayreuth sind dieser Frage gemeinsam mit Kollegen nachgegangen. Sie rekonstruierten in ihrer Studie zunächst die genaue Klimaentwicklung der Balkanregion und prüften dann, ob die klassischen Erklärungsmodelle auch als Ursache für die Kontinentalisierung des Klimas in Südosteuropa infrage kommen. Zu diesen potenziellen Ursachen zählen insbesondere geringfügige Änderungen beim Umlauf der Erde um die Sonne, schwankende CO2-Konzentrationen in der Atmosphäre, Verdunstungsprozesse auf den Ozeanen oder die Schwankungen der Eismengen an den Polkappen. Aber das Ergebnis fiel negativ aus: Keiner der „üblichen Verdächtigen“ konnte die klimatische Entwicklung im Mittleren und Unteren Donaubecken überzeugend erklären, wie die Forscher berichten.

Gebirgswachstum als Regenbremse

Was aber war dann die Ursache? Nach Ansicht der Geomorphologen kommt ein bisher unbeachteter Faktor dafür in Betracht: das Wachstum von Gebirgen. Denn die Anfänge der Entstehung der Alpen, der Karpaten, des Balkangebirges und der Dinariden liegen zwar schon mehr als 20 Millionen Jahre zurück. In den letzten 700.000 Jahren haben sich diese Gebirgszüge aber noch um mehrere hundert Meter angehoben – und genau in dieser Zeit wurde auch das Klima trockener und kontinentaler.

„Die Annahme, dass die stetige Anhebung aller Gebirgsketten den zunehmend kontinentalen Charakter des Klimas auf dem Balkan verursacht hat, ist mit allen bisherigen Forschungsergebnissen sehr gut vereinbar“, erklärt Hambach. „Die wachsenden Gebirgsketten könnten die Zirkulationen von Luft und Feuchtigkeit im südosteuropäischen Raum schrittweise verändert haben. Es ist gut möglich, dass sie die beiden Donaubecken zunehmend gegen Regenwolken abgeschirmt haben, so dass sich die eurasische Steppenlandschaft immer weiter nach Westen ausgedehnt hat.“ (Geology, 2013; doi: 10.1130/G34198.1)

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(Universität Bayreuth, 16.08.2013 – NPO)

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