Fund von Fluoridgläsern in Erdmantelgesteinen widerlegt gängige Annahme Versinkende Erdplatten schmelzen doch - scinexx | Das Wissensmagazin
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Versinkende Erdplatten schmelzen doch

Fund von Fluoridgläsern in Erdmantelgesteinen widerlegt gängige Annahme

Ein Heidelberger Forscher hat erstmals in Gesteinsproben aus dem Erdmantel Fluoridgläser nachgewiesen und damit gezeigt, dass Teile der Erdkruste in Subduktionszonen vermutlich häufiger aufgschmolzen werden als bisher angenommen. Denn die im Untergrund Neuseelands entdeckten Strukturen können nur durch das Schmelzen des dort subduzierten Gesteins entstanden sein.

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Stephan Klemme vom Mineralogischen Institut der Universität Heidelberg berichtet in seinem Artikel in der Maiausgabe des renommierten Wissenschaftsmagazins „Geology“, dass nur durch besondere Präparationsmethoden diese extrem empfindlichen Gläser in den Gesteinen erhalten und analysiert werden konnten. Aufwendige Spurenelementanalysen der Gläser zeigen, dass diese Fluoridschmelzen sich durch Aufschmelzen subduzierter Sedimente gebildet haben. Dies könnte, so Klemme, ein Hinweis darauf sein, dass Aufschmelzen der subduzierten Platte weit häufiger sein könnte als gemeinhin angenommen.

Wenn zwei ozeanische Platten zusammenstoßen, wird die eine Platte unter die andere geschoben. Als Konsequenz dieses so genannten Subduktionsprozesses entstehen in diesen Kollisionszonen oft vulkanische Inseln. Solche Prozesse laufen auch heute noch zum Beispiel in Neuseeland ab. Bei der Subduktion durchläuft die versinkende ozeanische Platte, die reichlich Wasser enthält, eine Reihe komplizierter Prozesse. Durch steigenden Druck und steigende Temperatur während der Subduktion kann die abtauchende Platte entwässern oder auch aufschmelzen.

Die genauen chemischen und physikalischen Prozesse, die zum Entwässern oder zum Aufschmelzen führen, sind allerdings weitestgehend unbekannt. Die meisten Forschergruppen, die sich mit Subduktionszonenprozessen beschäftigen, gehen davon aus, dass das Aufschmelzen der versinkenden Platte eher unwahrscheinlich ist.

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(Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg, 30.04.2004 – NPO)

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