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Umwelt

Verkehrslärm erhöht Herzinfarktrisiko

UBA-Studie 4.000 Herzinfarkte pro Jahr in Deutschland

Zähfließender Verkehr auf der Autobahn © NREL

Straßenverkehrslärm kann zum Herzinfarkt führen. Zu diesem Schluss ist das Umweltbundesamt (UBA) jetzt in einer aktuellen Untersuchung gekommen. Dabei wurden epidemiologische Studien ausgewertet mit dem Fazit: Liegt die Tages-Lärmbelastung durch Straßenverkehr über 65 Dezibel (dB (A)), steigt die Beanspruchung des Herz-Kreislauf-Systems deutlich an. Das bestätigt frühere Untersuchungen des Amtes aus dem Jahr 2004.

Den aktuellen Daten zufolge könnten nach Auffassung der UBA-Experten jährlich etwa 4.000 Herzinfarkte auf den Straßenverkehrslärm zurückzuführen sein. Das UBA-Forschungsprojekt zog 61 internationale Studien heran, die den Zusammenhang zwischen Umweltlärm und Herz-Kreislauf-Veränderungen untersuchen. Dazu gehörten der Blutdruck, das klinische Bild des Bluthochdrucks, Durchblutungsstörungen des Herzens einschließlich Herzinfarkt sowie medikamentöse Behandlungen wegen Herz-Kreislauf-Krankheiten.

Die stärksten Hinweise auf einen Zusammenhang zwischen Umweltlärm und erhöhtem Herz-Kreislauf-Risiko zeigten sich nach den Untersuchungen für Straßenverkehrslärm und Herzinfarkt. Für eine zusammenfassende Beurteilung des Herzinfarktrisikos hat das Umweltbundesamt im Rahmen einer so genannten Meta-Analyse fünf nach strengen Qualitätskriterien besonders gut gesicherte Studien ausgewählt – darunter auch die UBA-Studie Chronischer Lärm als Risikofaktor für den Myokardinfarkt (NaRoMi-Studie) aus dem Jahr 2004.

UBA fordert Verminderung des Verkehrslärms

Danach steigt das Herzinfarkt-Risiko oberhalb von Tages-Immissionspegeln von 60 dB(A) zunächst leicht, oberhalb von 65 dB(A) stärker an. Das relative Risiko liegt zwischen fünf und 50 Prozent. Lärmwirkungsforscher des UBA haben eine Risikokurve abgeleitet, mit der sich das verkehrslärmbedingte Herzinfarktrisikos schätzen lässt: Sie stützt sich auf über 12.000 Untersuchungspersonen, bei denen die Verkehrlärmpegel außen an den Wohnungen bestimmt wurden und medizinische Erhebungen zum Herzinfarkt erfolgten.

Verknüpft man diese Risikokurve mit Hochrechnungen des UBA über die Verkehrslärmbelastung der Bevölkerung – Lärmbelastungsmodell – sowie der allgemeinen jährlichen Herzinfarktrate in Deutschland nach Angaben des statistischen Bundesamtes (Gesundheitsberichterstattung), lässt sich schätzen, dass jährlich etwa 4.000 Herzinfarkte auf Straßenverkehrslärm zurückzuführen sein könnten.

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Während sich frühere Schätzungen zum Herzinfarktrisiko durch Verkehrslärm auf einzelne Untersuchungen stützten, beruht die nun abgeleitete Risikokurve auf mehreren Studien – und ist damit eine belastbarere Grundlage für Hochrechnungen. Das Umweltbundesamt setzt sich deshalb weiterhin für eine Verminderung des Verkehrslärms ein.

(UBA, 26.04.2006 – DLO)

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