Neues Gütesiegel für Sonnenschutzkleidung Sonne signalisiert UV-Schutz - scinexx | Das Wissensmagazin
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Neues Gütesiegel für Sonnenschutzkleidung

Sonne signalisiert UV-Schutz

© RUB

Ungeschützt in die Sonne zu gehen kann gefährlich sein. Aber was soll man anziehen, um vor den UV-Strahlen wirklich sicher zu sein? Reicht ein dünnes T-Shirt aus für einen ganzen Urlaubstag? Oder muss es gleich die Jeansjacke sein? Sicherheit bringt jetzt endlich ein neues Gütesiegel. Eine kleine gelbe Sonne zeigt dem Käufer an, dass das gewählte Kleidungsstück einen Lichtschutzfaktor von mindestens 40 hat und damit auch nass oder auf andere Art mitgenommen vor der schädlichen UV-Strahlung schützt.

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„Der adäquate Schutz vor UV-Strahlung ist angesichts der steigenden Hautkrebsraten weltweit eine der wichtigsten Präventionsmaßnahmen in der Dermatologie“, betont der Dermatologe Dr. Klaus Hoffmann von der Ruhr-Universität Bochum (RUB), der an der Entwicklung des neuen Standards mitgearbeitet hat.

Der effektivste Schutz ist neben dem Meiden der Sonne schützende Kleidung, ergänzt um Sonnenschutzmittel, das die unbekleideten Hautpartien schützt. Um festzustellen, wie hoch der Schutz durch ein Kleidungsstück ist, hat eine 30-köpfige Arbeitsgruppe, in der Dermatologen, Physiker, Textiltechnologen und Bekleidungshersteller aus ganz Europa zusammenarbeiteten, im Rahmen eines vom Bundesforschungsministerium finanzierten Projekts standardisierte Messmethoden für den UV-Schutz von Textilien entwickelt.

Der erste Teil des so erarbeiteten EU-Standards (EN 13758-1) legt für normgerechte Bekleidungstextilien ein Verfahren zur Bestimmung der Durchlässigkeit von UV-Strahlung fest.

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Siegel für sicheren Einkauf

Damit Verbraucher normgerechte Kleidung beim Einkauf auch leicht erkennen können, legt der zweiter Teil des EU-Standards (EN 13758-2) die Klassifizierung und Auszeichnung von Sonnenschutzkleidung fest. Das Siegel erhalten nur Kleidungsstücke, die einen Lichtschutzfaktor von mindestens 40 (40+) haben. „Damit ist ein ausreichender Schutz vor Sonnenbrande selbst unter extremen Bedingungen gewährleistet“, so Hoffmann.

Eigene Untersuchungen der Bochumer Ärzte an einem mathematischen Modell haben gezeigt, dass ein Lichtschutzfaktor von 25 in Europa selbst bei ganztägiger Exposition in der Regel ausreicht, da der UV-Index in unseren Breitengraden selten elf übersteigt. Dennoch haben die Normungs-Experten nach dem „worst-case“-Prinzip einen Schutzfaktor von 40+ festgesetzt, da die Dehnung und Feuchtigkeit eines Textils den Lichtschutz stark herabsetzen kann.

Strenge Kriterien

Unabhängig davon darf die durchgelassene UVA-Strahlung nach dem Europäischen Standard fünf Prozent nicht überschreiten. Demnach können Textilien trotz eines Lichtschutzfaktors von 40+ bei einer UVA-Durchlässigkeit von über fünf Prozent nicht ausgezeichnet werden. „Dies ist insbesondere im Hinblick auf die Bedeutung der UVA-Strahlung bei der Auslösung verschiedener Lichtallergien, so genannter Photodermatosen, von großer Wichtigkeit“, erklärt Hoffmann.

Darüber hinaus zeichne sich der Standard im Gegensatz zu anderen Standards aus, dass strenge Anforderungen an das Design des Bekleidungsstücks gestellt werden. Sonnenschutzkleidung, die in Übereinstimmung mit dem Standard EN-13758 ausgezeichnet wird, muss ein entsprechendes Piktogramm tragen, aus dem die Standardnummer und der Lichtschutzfaktor 40+ hervorgehen.

Nachfrage bestimmt das Angebot

Nun ist die Textilindustrie gefordert, den Standard bei der Herstellung von Sommerbekleidung zu beachten. „Zurzeit sind nur sehr wenige Anbieter auf dem Markt, die entsprechend ausgezeichnete Bekleidung führen“, so Hoffmann. Außerdem werde die Bedeutung von UV- schützenden Textilien in der Bevölkerung häufig unterschätzt, stattdessen werde auf die üblichen Sonnenschutzmittel zurückgegriffen.

Diese haben jedoch gegenüber den Sonnenschutztextilien den Nachteil, dass sie häufig falsch verwendet werden und zu allergischen Reaktionen führen können. „Da die Textilindustrie die Produktion von EN-13758-geprüften Bekleidungsstücken nur dann aufnehmen wird, wenn eine entsprechend große Nachfrage besteht, müssen der Bevölkerung im Rahmen von Präventionskampagnen die Vorteile von Sonnenschutztextilien vermittelt werden“, folgert er.

(idw – Ruhr-Universität Bochum, 14.02.2006 – DLO)

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