Tödliche Kombination entwickelte sich mehrfach im Laufe der Evolution Säbelzahn-Raubtiere gab es mehrfach - scinexx | Das Wissensmagazin
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Tödliche Kombination entwickelte sich mehrfach im Laufe der Evolution

Säbelzahn-Raubtiere gab es mehrfach

An diesem Schädel des vor rund 10 Millionen Jahren lebenden Raubtiers Barbourofelis loveorum sind deutlich die verlängerten Eckzähne zu erkennen, die sie ähnlich wie die nicht mit ihnen verwandten Säbelzahnkatzen mit besonders kräftigen Vorderbeinen kombinierten. © Florida Museum of Natural History /Julie Meachen

Säbelzahnkatzen waren nicht die einzigen Urzeit-Raubtiere mit langen Eckzähnen und besonders starken Vorderpranken. Das hat eine britische Forscherin herausgefunden. Bereits Millionen Jahre vor den Katzen gab es fleischfressende Raubtiere, deren lange Eckzähne zu zerbrechlich waren, um damit ihre zappelnde Beute festzuhalten. Diese Tiere mussten daher, wie später die Säbelzahnkatzen, ihre Beute mit den Vorderbeinen packen und fixieren. Die langzahnigsten Raubtiere der Urzeit hätten daher auch die stärksten Pranken besessen.

Diese tödliche Komination sei im Laufe der Evolution mehrfach unabhängig voneinander entstanden, berichtet Julie Meachen-Samuels vom National Evolutionary Synthesis Center in Durham im Fachmagazin „Paleobiology“. „Die heutigen Katzen haben Eckzähne, die kürzer und rund im Querschnitt sind, so dass sie Kräften in alle Richtungen gut widerstehen können“, sagt Meachen. Sie können daher ihre Beute problemlos durch einen Biss packen und festhalten. Die bis vor rund 10.000 Jahren lebenden Säbelzahnkatzen besaßen jedoch längere Eckzähne, die seitlich abgeflacht waren und daher wesentlich leichter abbrechen konnten.

Hunderte Knochen und Zähne auf dem Prüfstand

In einer vorhergehenden Studie hatte Meachen bereits nachgewiesen, dass die Säbelzahnkatzen sich an dieses Manko anpassten, indem sie ihre Beute nicht mit dem Maul, sondern mit ihren besonders kräftig ausbildeten Vorderbeinen festhielten. Bisher sei aber unklar gewesen, ob auch andere urzeitliche Raubtiere diese ausgleichende Strategie nutzten, sagt die Forscherin.

Für ihre Studie verglich Meachen hunderte Knochen und Zähne von 13 urzeitlichen Raubtierarten und 15 heute lebenden Katzenarten. Die Regel „Je länger und dünner die Zähne, desto dicker die Vorderbeinknochen“ habe sich noch für zwei andere, ältere Raubtiergruppen außerhalb der Katzen nachweisen lassen, sagt die Forscherin. „Das bedeutet, dass die Säbelzahnkatzen in der Natur doch nicht so speziell waren wie angenommen. Andere, weniger bekannte Arten entwickelten ähnliche Merkmale“, konstatiert die Biologin.

Zähen wie Säbel und Statur wie ein Bär

Eine der Raubtiergruppen, bei denen Beine und Zähne nach Angaben von Meachen funktionell verknüpft waren, sind die vor 42 bis 7,5 Millionen Jahren lebenden Nimraviden. Diese muskulösen, löwengroßen Säugetiere ähnelten äußerlich den Säbelzahnkatzen, waren aber nicht mit ihnen verwandt. Die andere Raubtiergruppe sind die etwas größeren, eher bärenähnlichen Barbourofelidae. Ähnlich wie Säbelzahnkatzen und Nimraviden besaßen auch sie ovale, weit aus dem Maul ragende Eckzähne.

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Sowohl bei den Säbelzahnkatzen als auch bei den beiden Raubtiergruppen gab es Arten mit besonders dünnen, seitlich abgeflachten Eckzähnen, aber auch solche mit einem etwas kürzeren, robusteren Gebiss. Meachen stellte durch ihre Messungen fest, dass die Arten mit dünneren Zähnen meist auch dickere Vorderbeinknochen besaßen. (doi:10.5061/dryad.h58q6)

(National Evolutionary Synthesis Center, 05.01.2012 – NPO)

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