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Risiken der globalen Erwärmung höher als angenommen

Neubewertung der so genannten „fünf Klimasorgen“ des IPCC

Das "Burning-Embers"-Diagramm: Risiken des Klimawandels nach begründeten Klimasorgen © PIK

Die Grenze zu einem für uns gefährlichen Klimawandel könnte früher überschritten werden als bislang angenommen. Das hat eine neue Bewertung der fünf 2001 durch den Weltklimarat IPCC formulierten „Klimasorgen“ ergeben. Die Auswertung zeigt aber auch, dass ambitionierter Klimaschutz die Risiken noch minimieren kann.

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Das Risiko schwerer Klimafolgen nimmt deutlich zu, wenn die globale Durchschnittstemperatur nur geringfügig weiter ansteigt. Ein internationales Forscherteam hat die fünf so genannten begründeten Klimasorgen aus dem dritten Sachstandsbericht des Intergovernmental Panel on Climate Change (IPCC) von 2001 neu bewertet und die Risikozunahme bei fortschreitender Erwärmung grafisch dargestellt. Das Bild zeigt, dass die Grenze zum gefährlichen Klimawandel früher überschritten werden könnte, als bislang angenommen, aber auch, dass ambitionierter Klimaschutz die Risiken minimieren kann.

Zu den fünf begründeten Klimasorgen gehören:

Risiko für einzigartige und bedrohte Systeme:

Korallenriffe, bedrohte Tier- und Pflanzenarten, seltene und besonders artenreiche Lebensräume, Inselstaaten, tropische Gletscher oder indigene Bevölkerungsgruppen könnten erheblichen Schaden nehmen oder unumkehrbar zerstört werden.

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Risiko extremer Wetterereignisse:

Häufigkeit, Stärke und Folgeschäden von extremen Wetterereignissen wie Hitzewellen, Überschwemmungen, Dürren oder tropischen Wirbelstürmen nehmen zu.

Verteilung der Auswirkungen:

Unterschiedliche Regionen, Länder und Bevölkerungsgruppen sind unterschiedlich schwer von Klimafolgen betroffen. Die ärmsten Länder, die am wenigsten zum Klimawandel beigetragen haben, sind häufig überdurchschnittlich stark betroffen und am wenigsten in der Lage, sich vor seinen Folgen zu schützen.

Zusammengefasste Schäden:

Unterschiedliche Klimafolgen können nach einem Maß wie etwa dem finanziellen Schaden oder der Anzahl betroffener Menschen bemessen werden. In der vorliegenden Literatur wurden die Auswirkungen des

Klimawandels häufig in Form des zu erwartenden finanziellen Schadens zusammengefasst.

Risiko grundlegender Veränderungen im Erdsystem:

Der Treibhausgas- Ausstoß könnte das Klimasystem der Erde über kritische Grenzen hinaus belasten, sodass wichtige Prozesse im Gesamtgefüge „kippen“ und von da an grundsätzlich anders ablaufen. Beispiele sind das Abschmelzen des Grönländischen Eisschildes, eine großflächige Versteppung des Amazonas-Regenwaldes oder die Schwächung des Nordatlantikstromes.

Risiken höher als bisher eingeschätzt

„Wir müssen die Risiken negativer Auswirkungen des Klimawandels auf Mensch und Natur heute höher einschätzen als noch vor einigen Jahren“, sagt Hans-Martin Füssel vom Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung (PIK). Die Risiken nehmen bereits bei einer geringen weiteren Erwärmung über das Niveau von 1990 deutlich zu. Es zeigt sich, dass viele Ökosysteme, wie tropische Korallenriffe, empfindlicher auf die globale Erwärmung und den Anstieg der Kohlendioxid-Konzentration reagieren als im Jahr 2001 angenommen. Auch extreme Wetterereignisse wie Dürreperioden, Hitzewellen oder tropische

Wirbelstürme treten heute häufiger und mit größeren Folgeschäden auf, als noch zu Beginn dieses Jahrzehnts vermutet worden war.

Neue Grafik macht Folgen deutlicher

Das Autorenteam um Joel Smith von Stratus Consulting in Colorado und Stephen Schneider von der Stanford University in Kalifornien stützt sich auf Beobachtungen bereits eintretender Folgen der globalen Erwärmung und auf das verbesserte Verständnis wichtiger Prozesse des Klimasystems. Seit Erscheinen

des dritten Sachstandsberichts des IPCC (Third Assessment Report) 2001 konnten auch die besonders stark betroffenen Regionen, Wirtschaftssektoren und Bevölkerungsgruppen genauer identifiziert werden.

Zudem gebe es heute mehr Hinweise darauf, dass – über Zeiträume von mehreren Jahrhunderten – bereits

ein geringfügiger weiterer Anstieg der globalen Durchschnittstemperatur schwere Folgewirkungen wie das Abschmelzen des grönländischen Eisschildes hervorrufen kann, berichten die Autoren jetzt in der Online-Ausgabe des Magazins „Proceedings of the National Academy of Sciences“.

Zwei Grad Grenze als Minimalforderung

„Die Grafik hat als eine Art Übersetzung viel zum Verständnis der teils abstrakten Problematik Klimawandel beigetragen“, sagt Hans Joachim Schellnhuber, Direktor des PIK. Die aktualisierte Version zeige nun, dass das Ziel der Europäischen Union, die Erwärmung auf zwei Grad Celsius zu begrenzen, eine Minimalforderung für den Klimaschutz sei. Es wäre ein folgenschweres Scheitern, wenn sich die Staatengemeinschaft auf der Weltklimakonferenz in Kopenhagen Ende dieses Jahres nicht darauf einigen könne, sagt Schellnhuber.

(Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung, 25.02.2009 – NPO)

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